Das Haus war ein Graus. Aber irgendwie war es auch ein Glücksfall. Der faschistisch-neoklassizistische Riegel, Adolf Hitler hatte ihn sich als „Haus der Deutschen Kunst“ und Propagandamaschine der besonderen Art ans südliche Ende des Englischen Gartens setzen lassen, stand da ohne Schäden. Vor den verheerenden Bombardierungen Münchens durch die Alliierten blieb das Haus unter einem Tarnnetz verschont. Da stand es also, als intaktes Gebäude, modernst ausgestattet, inmitten der allgemeinen Trümmerwüste. Und der Pragmatismus jener Jahre gebot es, mit dem zu arbeiten, was man hatte.

Die Künstler griffen zu. 1948 gründeten sie mit Erlaubnis der Amerikanischen Besatzer die „Ausstellungsleitung München e.V.“ im Haus der Kunst. 1949 – die Amerikaner hatten im Keller ihren Offiziersclub „P1“ eröffnet – richteten sie oben, in den monumentalen Hallen, ihre erste „Große Münchner Kunstausstellung“ aus. Sie wollten damit an die Jahresausstellungen anknüpfen, die im legendären Münchner Glaspalast stattgefunden hatten, und der 1931 abgebrannt war.

Ebenfalls noch im Jahr 1949 organisierte Ludwig Grothe dort die Ausstellung „Der Blaue Reiter“ mit im Nationalsozialismus verfemten Künstlern. Damit schien mehr als ein Anfang gemacht, dem Haus die Altlasten auszutreiben. 1950 wurde der bis dato als deutscher Betriebsleiter des Offiziersclubs arbeitende Peter Ade zum Geschäftsführer der Ausstellungsleitung und zum Direktor des Hauses der Kunst ernannt.