Es ist eine Reise, die aus mitteleuropäischer Unbeschwertheit mitten hineinführt in die grausame Realität des Krieges, vom polnischen Grenzort Chelm mit dem qualmenden Nachtzug gut elf Stunden nach Kiew. Die Grundstimmung ist angemessen ernst am späten Sonntagabend, aber man kann der kleinen bayerischen Expeditionsgruppe auch nicht vorwerfen, dass sie einen Rest Unbeschwertheit widerstandslos aufgeben würde. Leicht gemacht wird ihr das nicht, der Delegationswaggon lässt nämlich den Konferenztisch vermissen, an dem Ilse Aigner neben politischen Gesprächen auch eine Schafkopfrunde vorgesehen hatte.