Das Dreimühlenviertel wirkt an diesem sonnigen und heißen Pfingstferien-Nachmittag wie ausgestorben. Nur im Café „Coffee Twins“ genießen ein paar Mittdreißiger ihren Latte und eine Cola auf äußerst niedrigen Hockern im Schatten. Die Schanigärten in der Dreimühlenstraße sind noch verwaist und auch auf den Baustellen herrscht Stillstand. Nur ein Verkehrsüberwacher zieht einsam und gemächlich seine Kreise. „Nehmen Sie das ja nicht als Realität“, sagt Susanne Berner auf dem Gehsteig vor ihrem Atelier ganz im Süden des kleinen Viertels. In den Ferien komme das Dreimühlenviertel endlich etwas zur Ruhe. Aber nur kurz, so die 77-jährige Illustratorin, während sie in die menschenleere Straße blickt: „Wir sind hier ein Testlabor.“