In der Schillerstraße ist ein dicker Fisch ins Netz gegangen – und das weckt natürlich das Interesse der Passanten. Fast ein Dutzend von ihnen hat sich rund um einen Autoanhänger gruppiert, der an diesem Vormittag vor einem der vielen internationalen Supermärkte parkt. Auf der Ladefläche steht ein Mann mit weißer Schürze um den Leib, in beiden Händen einen Kescher, in dem er nun mit reichlich Gespritze eine Handvoll lebender Karpfen von beachtlicher Größe aus einem Becken in eine weiße Plastikwanne lupft – mutmaßlich, um sie später in dem Geschäft feilzubieten.

Wobei sich in der Schillerstraße noch ganz andere Fische herumtreiben, dicke wie kleine. Davon ist zumindest die Münchner CSU überzeugt, die kürzlich eine „erheblich verschlechterte“ Sicherheitslage beklagt hat in der 700 Meter langen Verbindung zwischen Hauptbahnhof und den Kliniken an der Nußbaumstraße. Demnach finde dort „regelmäßig offener Drogenhandel statt“. Und weiter: „Kriminelle Banden verbreiten ein Klima der Angst, Aggressivität herrscht, bedrohliche Situationen durch Gewalt und ständige Auseinandersetzungen bestehen, es erfolgt eine zunehmende Vermüllung.“ In der Folge fühlten sich Anwohner, Beschäftigte und Touristen unsicher, so die CSU. Überdies würden die Läden und Hotels in der Schillerstraße unter alledem leiden. „Das gefährdet die Existenzgrundlage der Betriebe.“