Über den schwersten Unfall der jüngeren Firmengeschichte informierte Air India am Donnerstag auf einem ungewöhnlichen Weg. Die größte Fluglinie Indiens tauchte ihre sonst so bunte Internetseite in tristes schwarz-weiß – nur kurz nachdem in der Stadt Ahmedabad ein Langstreckenflugzeug vom Typ Boeing 787 in ein Gewerbegebiet gestürzt war. Bei dem Unglück kamen mehr als 200 Menschen an Bord und am Boden ums Leben.

Der Absturz ist eine menschliche Tragödie. Und er könnte das Unternehmen wirtschaftlich bremsen.

Zwar gibt es noch keine gesicherten Fakten, was den Flug AI 171 zum Absturz brachte. Doch erste Anzeichen deuten laut Experte Douglas Harned auf ein technisches Problem hin. Harned ist Analyst bei der Investmentbank Société Générale und zählt zu den erfahrensten der Branche. „Die Flugbahn zeigt einen langsamen Steigflug, bevor es zu einem schnellen Sinkflug kommt. Das deutet auf einen Leistungsverlust beim Start hin, der höchstwahrscheinlich auf die Triebwerke zurückzuführen ist“, so Harned. Als mögliche Ursachen kommen damit etwa ein Vogelschlag in beiden Motoren infrage – oder eine Panne.

Die umgestaltete Webseite von Air India zeigt nicht nur die Betroffenheit der Airline. Sie beweist Experten, wie weit sie auf ihrem Weg zu einer modernen Fluggesellschaft ist. Einerseits reagierte Air India schnell. „Noch vor zehn Jahren hätte die Entscheidung wohl noch Tage gebraucht, und vielleicht wäre auch fast gar nichts passiert“, so ein Kenner der Airline. Andererseits gibt es kaum mehr als karge Stellungnahmen. Dazu dominieren den Onlineauftritt nach wie vor fröhliche Motive wie Fotos von lachenden Gästen – „nur eben mit Trauerrand, was etwas merkwürdig wirkt“, so der Experte.