PfadnavigationHomePolitikAuslandNeue NuklearanlageIran will Atomprogramm weiter ausbauen – Militärkonflikt befürchtetVeröffentlicht am 12.06.2025Lesedauer: 4 MinutenMitarbeiter der Internationalen Atomenergiebehörde bei einer Inspektion im IranQuelle: Abedin Taherkenareh/epa/dpaIm diplomatischen Streit um das iranische Atomprogramm geht Teheran in die Offensive und will eine neue Anlage in Betrieb nehmen. Damit steigt das Risiko einer regionalen Eskalation.Mit der Ankündigung des Baus einer weiteren Nuklearanlage reagiert die Islamische Republik auf westlichen Druck, ihr gesamtes Atomprogramm gegenüber internationalen Inspektoren offenzulegen. Gleichzeitig wächst im Nahen Osten die Sorge vor einem möglichen Angriff Israels auf den Iran und seine Atomanlagen. Aus Sicherheitsgründen reduzieren die mit Israel verbündeten USA ihr Botschaftspersonal im Irak.Am Donnerstagvormittag nahm der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien eine Resolution an, in der formell festgestellt wurde, dass der Iran seine rechtlichen Verpflichtungen zur Zusammenarbeit mit der IAEA nicht erfüllt. Auch die Einschaltung des UN-Sicherheitsrates wurde angedroht. Die Resolution war von Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den USA initiiert worden.IAEA-Inspektoren hatten in Einrichtungen abseits der bekannten Atomanlagen Spuren von Uran und andere Hinweise auf geheime Aktivitäten in der Vergangenheit gefunden. Nach Angaben der IAEA hat der Iran dazu jahrelang nur unglaubwürdige Erklärungen geliefert.Lesen Sie auchAußenministerium und Atomorganisation des Iran verurteilten die Resolution scharf. Sie basiere auf grundlosen, politisch motivierten Anschuldigungen, hieß es in der Stellungnahme. Sie kündigten an, dass „an einem sicheren Ort“ eine neue dritte Anreicherungsanlage für Uran errichtet werde. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Isna. Im Vorfeld der Resolution hatte der Iran auch mit einem Ausstieg aus dem Atomwaffensperrvertrag gedroht, der es Ländern ohne Nuklear-Arsenal verbietet, an solche Waffen zu gelangen.