PfadnavigationHomePanoramaAmoklauf in GrazPolizei findet Pläne für Sprengstoffanschlag – Informationen zu Opfern veröffentlichtVeröffentlicht am 11.06.2025Lesedauer: 3 MinutenNach dem Amoklauf in Graz mit elf Toten hat die österreichische Polizei bei einer Hausdurchsuchung beim Täter unter anderem auch eine Rohrbombe gefunden. Was können wir tun, um in Zukunft solche furchtbaren Taten zu vermeiden?Einen Tag nach dem Amoklauf in einer Schule werden Details über den Schützen und weitere Einzelheiten zu den Opfern bekannt. Im Haus des Attentäters finden die Sicherheitskräfte Pläne für einen Sprengstoffanschlag. Das Motiv liegt noch im Dunkeln.Am Wohnort des 21-jährigen Amokläufers von Graz sind neben einer nicht funktionstüchtigen Rohrbombe auch Pläne für einen Sprengstoffanschlag gefunden worden. Diese Pläne seien offenbar verworfen worden, teilte die österreichische Polizei am Mittwoch mit.Der Österreicher aus der Umgebung von Graz hatte am Dienstag in seinem ehemaligen Gymnasium zehn Menschen getötet und Suizid verübt. Am Tatort wurden eine Schrotflinte und eine Faustfeuerwaffe gefunden. Beide Waffen besaß er offenbar legal. Zudem seien bei der Hausdurchsuchung auch ein digitaler sowie ein handschriftlicher Abschiedsbrief entdeckt worden, hieß es. Beide Schriftstücke richten sich laut Polizei an die Eltern des Täters, lassen jedoch keine Rückschlüsse auf ein Tatmotiv zu.Der junge Mann lebte zusammen mit seiner Mutter, hieß es von der Polizei. Sein Vater lebte getrennt von ihm und der Mutter.Tote und Verletzte aus vier NationenDie Polizei aktualisierte auch ihre Angaben zu den Opfern des Amoklaufes. Demnach starben sechs Mädchen und drei Jungen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren. Zunächst hatte die Polizei von 15- bis 17-Jährigen gesprochen. Unter den Toten war ein Pole, die anderen waren österreichische Staatsbürger. Eine zunächst schwer verletzte Lehrerin starb im Krankenhaus.Elf Verletzte werden weiterhin in Kliniken in Graz betreut, ihr Zustand sei stabil, teilte der Krankenhausbetreiber Kages mit. Sie sind zwischen 15 und 26 Jahre alt. Acht Verletzte stammen aus Österreich, zwei aus Rumänien, und eine Person stammt aus dem Iran. Lesen Sie auchNeun der Verletzten würden noch auf Intensivstationen in mehreren Krankenhäusern betreut, hieß es. Bei einem Opfer mit Gesichtsverletzungen sei eine Folgeoperation nötig, ein weiteres Opfer müsse noch am Knie operiert werden.Lesen Sie auchDer Schütze war ehemaliger Schüler der Schule, hat diese aber laut Polizei nie abgeschlossen. Gerüchte, wonach der Täter gemobbt wurde, wurden von den Ermittlern nicht bestätigt.Darüber hinaus registrierte die Polizei am Dienstagabend mehrere Nachahmungstäter, die Drohungen gegen ein Gymnasium in Graz ausgesprochen hätten. Laut Behörden wurde umgehend eine polizeiliche Sicherung aufgebaut. Bombendrohungen stellten seit geraumer Zeit ein zunehmendes Problem dar. Österreich gedenkt mit Trauerminute Österreich gedachte der zehn Todesopfer am Mittwoch mit einer Schweigeminute. Wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete, beteiligten sich am Mittwoch um 10.00 Uhr die Kirchen im Land, darunter auch der Wiener Stephansdom, mit Trauergeläut an dem Gedenken. Auch der Ministerrat hielt demnach eine Trauerminute ab, der ORF unterbrach sein Fernseh- und Radioprogramm und in der Hauptstadt Wien standen rund 900 Fahrzeuge des öffentlichen Nahverkehrs still.Wegen der Bluttat hat die österreichische Regierung eine dreitägige Trauerzeit ausgerufen. Die Flaggen an öffentlichen Gebäuden im Land wurden auf halbmast gesetzt. Bundeskanzler Christian Stocker sprach von einer „nationalen Tragödie“ und einer „unfassbaren Tat“. Auch am Mittwoch legten Menschen als Zeichen der Trauer Blumen nieder und zündeten Kerzen an.Wegen der Bluttat in Graz wurden laut APA eine Vielzahl von Veranstaltungen abgesagt. Oper und Schauspielhaus in der zweitgrößten Stadt Österreichs setzten demnach ihren Spielbetrieb bis mindestens einschließlich Donnerstag aus.In der Regel berichten wir nicht über Selbsttötungen – außer die Tat erfährt durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Sollten Sie selbst das Gefühl haben, dass Sie Hilfe benötigen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie anonym Hilfe von Beratern, die Ihnen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.Reuters/AFP/cvb/ceb/ll