Ein berührender Roman von Deniz Utlu heißt „Vaters Meer“. Darin sagt die türkische Mutter des Protagonisten, Mandelentzündungen, Durchfall und Liebeskummer seien „für den Menschen“ gemacht. Und wer bestimmt das? Fragt der ungläubige Sohn. Gott, sagt die Mutter, denn „wir brauchen Mandelentzündungen, damit wir glücklich sind, wenn wir morgens aufwachen und schmerzfrei schlucken“. Einsamkeit gehört für die Mutter übrigens nicht in die Kategorie kader, wie das türkische Wort für Schicksal lautet. Aber Autounfälle.