PfadnavigationHomeRegionalesHamburgHamburg BallettDemis Volpi muss gehen, Neumeier-Nachfolge wieder offenVeröffentlicht am 10.06.2025Lesedauer: 3 MinutenDer ehemalige Intendant des Hamburg Ballett, Demis VolpiQuelle: Bertold FabriciusDemis Volpi, 40, übernahm als Nachfolger des Ballett-Intendanten John Neumeier das Hamburg Ballett zu Beginn der laufenden Spielzeit. Heute beschloss der Aufsichtsrat der Staatsoper, sich wieder von ihm zu trennen. Volpi war in den vergangenen Wochen – besonders aus der Compagnie heraus – stark kritisiert worden.Demis Volpi sah sich kurz vor Ende seiner ersten Saison als Ballett-Intendant in Hamburg mit massiver Kritik und Vorwürfen aus dem Ensemble seiner Tänzerinnen und Tänzer konfrontiert. In Briefen an den Kultursenator wurden Volpi ein toxisches Arbeitsklima, häufige Abwesenheit und ein unangemessen niedriges künstlerisches Niveau vorgeworfen. Fünf Erste Solisten reichten ihre Kündigungen ein. Ein Solidaritätsbrief der Compagnie der Oper aus Düsseldorf, wo Volpi zuvor wirkte, bestärkte die Vorwürfe.Sofortige Freistellung des Intendanten VolpiIn einer ersten Reaktion auf Kritik setzten die Geschäftsführung der Oper und der Betriebsrat auf die Durchführung einer Gefährdungsanalyse. Noch bevor deren Ergebnisse bekannt wurden, trennte sich der Aufsichtsrat der Hamburgischen Staatsoper heute mit einer vorzeitigen Auflösung des Vertrages von Demis Volpi. Beide Seiten hätten sich, so der Aufsichtsrat „in den letzten Tagen einvernehmlich auf einen Auflösungsvertrag zum Ende der Spielzeit und auf eine sofortige Freistellung verständigt.“ Jetzt strebt der Aufsichtsrat eine „gemeinschaftliche Interimsleitung der Compagnie“ als Sparte der Hamburgischen Staatsoper an.Demis Volpi, der die Vorwürfe stets bestritten hatte, erklärte enttäuscht: „Meine Vision – sowohl in künstlerischer Hinsicht als auch im Hinblick auf eine zeitgemäße Struktur, die offene und verantwortungsvolle Zusammenarbeit innerhalb einer Ballettcompagnie ermöglicht – ließ sich trotz intensiver Bemühungen unter den aktuellen Rahmenbedingungen am Hamburg Ballett nicht weiter verwirklichen.“ Lloyd Riggins und Gigi Hyatt sollen Saison zu Ende bringenDer Aufsichtsrat zeigte sich ebenfalls enttäuscht und sucht für die letzten beiden Monate der Spielzeit eine interne Lösung für die Leitung des Balletts. Dazu finden aktuell Gespräche mit dem stellvertretenden Ballettintendanten Lloyd Riggins, dem Ballettbetriebsdirektor Nicolas Hartmann und der stellvertretenden Direktorin der Ballettschule Gigi Hyatt statt. Zudem laufen mit dem Ballettbetriebsdirektor Nicolas Hartmann Verhandlungen über die interimistische Übernahme der Position des Geschäftsführers.Parallel zum ordnungsgemäßen Abschluss der Spielzeit leiten Aufsichtsrat und Kulturbehörde einen neuen Findungsprozess für den zweiten Nachfolger von John Neumeier ein. Neumeier, der aktuell in Salzburg weilt, wo im Rahmen der Salzburger Pfingstfestspiele sein Ballett „Tod in Venedig“ aufgeführt wird, kehrt in der kommenden Woche nach Hamburg zurück. Dort wird er am Ernst Deutsch Theater mit dem Bundesjugendballett, dessen Intendant er nach wie vor ist, das Werk „Shall we dance“ aufführen – eine Reflexion über die Zwischenkriegszeit, in der es laut Theater um „eine Ära voller Hoffnung auf dauerhaften Frieden nach dem Ersten Weltkrieg, geprägt von künstlerischer Blüte und gesellschaftlichem Aufbruch“ geht. Es handelt sich um die Weiterentwicklung eines Neumeier-Abends von 1986.Kultursenator startet neue Suche nach Neumeier-NachfolgerKultursenator Carsten Brosda (SPD), zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Hamburgischen Staatsoper und ehemaliger Vorsitzender der Volpi-Findungskommission: „Ich bedaure, dass es nicht gelungen ist, eine gemeinsame Grundlage für eine weitere Zusammenarbeit im Hamburg Ballett zu schaffen. Wir werden nun zunächst die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen. Die Interimsleitung soll die Arbeit im Sinne der bisherigen Planungen und damit die Weiterentwicklung des Hamburg Ballett zwischen Tradition und Moderne fortführen. Parallel werden die Voraussetzungen für eine langfristige Nachfolge sorgfältig geschaffen.“
Hamburg Ballett: Demis Volpi muss gehen, Neumeier-Nachfolge wieder offen - WELT
Demis Volpi, 40, übernahm als Nachfolger des Ballett-Intendanten John Neumeier das Hamburg Ballett zu Beginn der laufenden Spielzeit. Heute beschloss der Aufsichtsrat der Staatsoper, sich wieder von ihm zu trennen. Volpi war in den vergangenen Wochen – besonders aus der Compagnie heraus – stark kritisiert worden.








