PfadnavigationHomePolitikAuslandScharfe Kritik an Trump„Dieser Kerl will die ganze Macht haben. Er glaubt nicht an den Rechtsstaat“Veröffentlicht am 10.06.2025Lesedauer: 4 MinutenAufgrund heftiger Proteste gegen seine Migrationspolitik schickt US-Präsident Donald Trump die Nationalgarde nach Los Angeles. „Trump will Signale und Symbole schicken, damit Leute nicht mehr nach Amerika kommen“, so US-Journalist Erik Kirschbaum.US-Senator Bernie Sanders wirft Präsident Trump nach dem geplanten Einsatz der Nationalgarde in Kalifornien autoritäre Tendenzen vor. Auch die in Kalifornien geborene Demokratin Kamala Harris verurteilt die Maßnahmen. Tatsächlich folgt Trumps Handeln einem Plan.Nach der Mobilisierung der Nationalgarde gegen Proteste in Kalifornien hat der linke Senator Bernie Sanders Präsident Donald Trump vorgeworfen, die USA schnell in Richtung eines autoritären Staates zu bewegen. „Dieser Kerl will die ganze Macht haben. Er glaubt nicht an die Verfassung. Er glaubt nicht an den Rechtsstaat“, beklagte Sanders in einem Interview mit dem Sender CNN. Der Bundesstaat Kalifornien und die Stadt Los Angeles hätten nicht um eine Mobilisierung von Soldaten der Nationalgarde gebeten, aber Trump denke, „er hat das Recht, alles zu tun, was er will“. Sanders ist einer der prominentesten linken Politiker in den USA. Er hatte sich 2016 und 2020 vergeblich um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten beworben. Der aktuell parteilose 83-jährige Senator stimmt in aller Regel mit den Demokraten.Lesen Sie auchIm Gespräch mit CNN schilderte Sanders, was er als die autoritären Tendenzen des republikanischen Präsidenten sieht. „Medien, die ihn kritisieren, verklagt er. Er verfolgt Anwaltskanzleien, die Mandanten haben, die gegen ihn waren. Er geht gegen Universitäten vor, die Kurse lehren, die ihm nicht gefallen. Er droht damit, Richter, die gegen ihn urteilen, des Amtes zu entheben. Und er missbraucht die Macht des Kongresses der Vereinigten Staaten.“ Der Kongress, bestehend aus Senat und Repräsentantenhaus, ist das US-Parlament.Kamala Harris: Trumps Vorgehen in Kalifornien „gefährliche Eskalation“Auch die bei der jüngsten US-Präsidentschaftswahl von Trump geschlagene Demokratin Kamala Harris kritisiert das Vorgehen mit scharfen Worten. Soldaten der Nationalgarde gegen größtenteils friedlich protestierende Demonstranten einzusetzen, sei „eine gefährliche Eskalation, die Chaos stiften soll“, schrieb Harris in einer auf der Plattform X veröffentlichten Stellungnahme. „Es ist Teil der grausamen, berechnenden Agenda von Trumps Regierung, Panik und Spaltung zu verbreiten.“Der Regierung des Republikaners gehe es nicht um öffentliche Sicherheit, sondern um Angstmache - „Angst vor einer Gruppe, die Würde und rechtsstaatliche Verfahren fordert“, wie Harris mit Blick auf Migranten hinzufügte, die angesichts von Trumps hartem Kurs in der Migrationspolitik eine Abschiebung aus den USA fürchten müssen. Ihre Stellungnahme schloss Harris, die in Kalifornien geboren wurde und sich nach der Wahl im November nur noch selten öffentlich zu Wort gemeldet hat, mit den Worten: „Ich unterstütze weiterhin die Millionen von Amerikanern, die aufstehen, um unsere grundlegendsten Rechte und Freiheiten zu schützen.“ Erste Soldaten kommen in Los Angeles anDerweil kamen die ersten Soldaten nach Angaben des US-Militärs im Raum Los Angeles an. Teile einer Infanteriebrigade seien unterwegs, und „einige“ seien schon vor Ort, schrieb das zuständige Regionalkommando des US-Militärs auf der Plattform X. Das Militär machte keine Angaben, um wie viele Soldaten es sich dabei handelte. Fotos in dem X-Post zeigten unter anderem zwei Soldaten in Kampfmontur mit automatischen Waffen und ein Militärfahrzeug. Ein weiteres Foto zeigte eine Gruppe von rund 30 Soldaten. Der Republikaner Trump hatte am Samstagabend (Ortszeit) wegen anhaltender Proteste gegen Beamte der US-Einwanderungsbehörde ICE die Mobilisierung von mindestens 2000 Soldaten der Nationalgarde angeordnet. Der demokratische Gouverneur des Bundesstaats, Gavin Newsom, lehnt die Mobilisierung ab und warnt, durch die Militarisierung der Sicherheitskräfte könne die Situation erst recht eskalieren. Normalerweise untersteht die Nationalgarde dem Kommando des jeweiligen Gouverneurs. Trumps Schritt gilt als sehr ungewöhnlich. Zuletzt hatte ein US-Präsident vor Jahrzehnten gegen den Willen eines Bundesstaats das Kommando über dessen Nationalgarde übernommen. Doch Trumps Handeln kommt nicht aus einer Laune heraus, ist vielmehr über lange Hand geplant: Schon weit vor Trumps Wahlsieg 2024 wurde im „Project 2025“ skizziert, wie Trump mit seiner Politik Proteste provozieren und diese dann wiederum nutzen könnte, um Notstandsgesetze wie den „Insurrection Act“ in Kraft zu setzen. Der von der „Heritage Foundation“ entworfene Plan gilt als Blaupause für das politische Handeln in Trumps zweiter Amtszeit, viele der skizzierten Ideen wurden auch bereits umgesetzt. Im Falle eines Ausnahmezustands – für dessen Verhängung Trump den Kongress bräuchte – könnte gar das Recht auf freie Strafverfolgung außer Kraft gesetzt und somit die willkürliche Verhaftung von politischen Gegnern erlaubt werden. dpa/krö/jmi/saha
Scharfe Kritik an Trump: „Dieser Kerl will die ganze Macht haben. Er glaubt nicht an den Rechtsstaat“ - WELT
US-Senator Bernie Sanders wirft Präsident Trump nach dem geplanten Einsatz der Nationalgarde in Kalifornien autoritäre Tendenzen vor. Auch die in Kalifornien geborene Demokratin Kamala Harris verurteilt die Maßnahmen. Tatsächlich folgt Trumps Handeln einem Plan.













