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s ist lange her, dass ein amerikanischer Präsident letztmals Soldaten in den USA eingesetzt hat. 1965 schickte Lyndon B. Johnson die Nationalgarde nach Alabama, wo für Bürgerrechte demonstriert wurde – allerdings zum Schutz der Demonstranten um Martin Luther King J., im offenen Konflikt mit dem Gouverneur George Wallace. 60 Jahre später also entsendet Donald Trump die National Guard nach Los Angeles, aus mehr oder weniger umgekehrten Gründen.
Diesmal sollen 2000 Soldaten dabei helfen, die Proteste gegen Razzien der Einwanderungsbehörde zu ersticken, obwohl der Gouverneur Gavin Newsom ausdrücklich vor dieser Mission gewarnt hat. Normalerweise wird diese Truppe nur aktiviert, wenn die Regierungen der Bundesstaaten darum bitten. Wie 1992 - ebenfalls in Los Angeles -, als der dortige Gouverneur Pete Wilson bei George Bush Unterstützung beantragte, seinerzeit im Zuge von Ausschreitungen nach Polizeigewalt gegen einen Afroamerikaner.
Trump spielt nun mit dem Feuer, denn zur Beruhigung werden Uniformierte in seinem Auftrag kaum beitragen. Auch immer mehr Amerikanerinnen und Amerikaner sind entsetzt vom Umgang der US-Regierung mit Immigranten, die als illegal gelten, obwohl viele von ihnen bereits seit Jahren oder gar Jahrzehnten in den Vereinigten Staaten leben, arbeiten und Steuern bezahlen. Kalifornien und insbesondere die Metropole Los Angeles ist geprägt von Einwanderern, vorwiegend jenen aus Lateinamerika, gegen die Trump schon seit seiner ersten Amtszeit und seit seinem Wahlkampf für die zweite Amtszeit hetzt.











