Der seltsame Brauch des Wasservogelsingens weckt unweigerlich Erinnerungen an das Haberfeldtreiben im 19. Jahrhundert, denn hier wie dort haben wir es mit vermummten Gestalten zu tun, die in dubioser Absicht in ein Anwesen eindringen. Nur dass die Wasservögel, obwohl sie die Hausbewohner mit frechen Sprüchen beehren, am Ende selber wie begossene Pudel dastehen - und nicht unangetastet wie die Haberfeldtreiber als selbsternannte Strafjustiz. Wer also das Wasservogelsingen weiter pflegen will, der sollte nicht zimperlich und vor allem nicht wasserscheu sein.

Dieser eigentlich schon vergessene Pfingstbrauch erfreut sich im Bayerischen Wald wieder zunehmender Beliebtheit, auch wenn die Medien bislang kaum davon Notiz nehmen und den Fokus lieber auf die bekannten Pfingstbrauchtümer richten, also auf den Kötztinger Pfingstritt, auf die Bogenberger Wallfahrt und auf das Englmarisuchen in Sankt Englmar.

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