Als Coco Gauff nach gut zweieinhalb Stunden den Ball zum Aufschlag in die Luft warf, faltete ihre Mutter auf der Tribüne die Hände. Sie bewegte die Lippen, als bete sie leise vor sich hin. Den ersten Matchball hatte Tochter Coco soeben vergeben. Und schon einmal, 2022, war sie im Finale von Roland Garros als Geschlagene mit Tränen vom Platz gegangen. Diesmal war es anders. Da flog der Ball übers Netz, Aryna Sabalenka returnierte präzise, noch zwei Vorhandschläge Sabalenkas und eine cross geschlagene Rückhand, die weit im Aus in den Sand ploppte. Dann sank Coco Gauff nieder. Wenig später drückte sie endlich, mit drei Jahren Verspätung, den silbernen Coupe Suzanne-Lenglen ans Herz.
„Zuallererst möchte ich Gott danken. Ich musste nach meiner Niederlage vor drei Jahren eine Menge durchmachen. Ich hatte schon gedacht, ich gewinne hier nie mehr“, sagte die 21-Jährige auf dem Platz. „Ich weiß nicht, wie ich es verdient habe, von einem französischen Publikum derart angefeuert zu werden.“ Es waren allerdings auch eine Menge ihrer Landsleute auf den Tribünen versammelt, darunter Regisseur Spike Lee und Hollywood-Schauspieler Dustin Hofmann, die der Amerikanerin zujubelten. Sie sahen ein wildes, zum Teil vom Winde verwehtes Match, das Gauff 6:7 (5), 6:2, 6:4 gewann.













