Bevor das Virus mit all seinen Fragezeichen an diesem Donnerstagabend ins Zentrum rückt, spricht Landrat Albert Gürtner den Angehörigen sein Mitgefühl aus. Zwei Männer in Pfaffenhofen an der Ilm haben sich mit dem sogenannten Bornavirus infiziert, einer ist gestorben, einer befindet sich in medizinischer Behandlung. Entsprechend groß ist mancherorts im Landkreis die Verunsicherung, weshalb das Landratsamt zu einer Online-Infoveranstaltung geladen hat. „Obwohl das Virus sehr selten ist, ist es doch eine ernst zu nehmende Gefahr“, sagt Gürtner. Darum sei es wichtig, das Bewusstsein zu schärfen. Denn der Erreger gibt der Forschung noch Rätsel auf – und tritt beim Menschen vor allem in Bayern auf.
Was ist das Bornavirus?
Das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) ist schwer zu greifen. Zwar ist schon lange bekannt, dass es Pferde oder Schafe befällt, Tierhalter fürchten es als Borna'sche Krankheit. Doch erst 2018 wurde der Erreger beim Menschen nachgewiesen. Eine Infektion ist zum Glück selten, seit 1996 sind 57 Fälle bestätigt, viele davon aus Bayern. Dafür wirkt BoDV-1 umso tödlicher. Die Erkrankung beginnt unauffällig mit grippalen Symptomen, es folgen Verhaltensauffälligkeiten, Sprach- oder Gangstörungen. Im Endstadium steht eine Enzephalitis, eine schwere Gehirnentzündung, so beschreibt es auch das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) auf einer Infoseite. Bis auf einige wenige, „die teilweise mit schwersten Folgeschäden überlebten“, seien „alle bekannten Fälle an der BoDV-1-Infektion“ gestorben. Eine spezifische Therapie gibt es nicht.






