Sylt (dpa/lno) - Nachdem ein Goldschakal rund 90 Schafe auf Sylt gerissen hat, sind die Schäfer auf der Insel in Sorge. „Jeden Tag ist die Angst da, dass wieder etwas passiert“, sagt die Schäferin Daniela Andersen der Deutschen Presse-Agentur. In drei Nächten hatte sie Ende Mai 78 Lämmer und zwei Mutterschafe verloren. Sie bewirtschaftet den Deich von Morsum bis nach Rantum mit insgesamt 900 Mutterschafen.

Stall keine Option gegen Attacken

Ihre Tiere jede Nacht in einem Stall schützen könne sie nicht: „Das ist für die Tiere ein riesiger Stress, wenn ich sie jeden Abend mit Hunden und Auto in den Stall treibe - das ist für die Tiere, als würden sie gejagt“, erklärte die Schäferin. Auch ein hoher Zaun sei auf dem großen und öffentlich zugänglichen Deich keine Option.

Im Naturschutzgebiet Lister Ellenbogen hatte der Goldschakal in den vergangenen zwei Wochen zehn Lämmer gerissen, sagte der für diesen Bereich zuständige Schäfer Jürgen Wolf-Diedrichsen. Bei vielen seien die Ohren abgebissen worden. Vor weiteren blutigen Attacken schützen könne er seine freilaufenden Tiere auf dem 600 Hektar großen Areal nicht.

Goldschakal darf abgeschossen werden