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Storia in 3 fonti

Hitzewelle: Ermittlungen zu Todesfällen in Kliniken

Düsseldorf/Leverkusen (dpa/lnw) - Nach der Hitzewelle Ende Juni mit zahlreichen Toten prüfen mehrere Staatsanwaltschaften in Nordrhein-Westfalen Todesfälle in Kliniken. Dabei geht es um ungeklärte Todesursachen, Vorwürfe von Angehörigen und ein mögliches Mitverschulden von Verantwortlichen in den Krankenhäusern, teilte das NRW-Justizministerium mit. Um welche Fälle geht es?Im Zusammenhang mit den zwölf Todesfällen im St. Remigius-Krankenhaus in Leverkusen habe die Staatsanwaltschaft Köln sieben Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Davon seien drei bereits wieder eingestellt worden.Ein Schild mit der Aufschrift „Staatsanwaltschaft Köln“ steht vor dem Gebäude der Staatsanwaltschaft. (Archivbild) Thomas Banneyer/dpaEines der noch offenen vier Verfahren richtete sich gegen einen Busfahrer, in dessen Bus ein hochbetagter Mann gestürzt war, der später in der Klinik starb. Die Hitze spiele dabei keine Rolle, teilte das Justizministerium unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft mit. Außerdem prüft die Staatsanwaltschaft Aachen einen Fall in einem Dürener Krankenhaus, wo eine 56-jährige Frau vermutlich einen Hitzschlag erlitten habe. Auch die Staatsanwaltschaft Duisburg führt ein Todesermittlungsverfahren, das den Tod einer Frau in einer Duisburger Helios-Klinik betreffe. Die Behörden registrierten einen deutlichen Anstieg der Hitzetoten. Erst nach den Ermittlungen der Todesumstände geht es um mögliche Strafverfahren. Diese werden aber nur eingeleitet, wenn ein strafrechtlich relevantes Mitverschulden im Raum steht, etwa durch Unterlassen von Hitzeschutzmaßnahmen. Welche Reaktionen gibt es? Das St. Remigius-Krankenhaus hatte betont, die Anzahl von zwölf Toten in diesem Zeitraum sei für die Klinik nicht überdurchschnittlich hoch. Die verstorbenen Patienten hätten ein Durchschnittsalter von 86 Jahren gehabt. Die Extremtemperaturen haben laut Experten zu mehr Todesfällen geführt. Vor allem bei Menschen, die bereits durch Faktoren wie ein hohes Alter oder Erkrankungen vorbelastet waren, lasse sich ein direkter oder indirekter Zusammenhang zwischen Tod und Hitze oft nicht eindeutig nachweisen. Durch den Klimawandel werde Hitze als Risikofaktor weiter zunehmen. Was sagt die Landesregierung?Hitzewarnungen müssten wesentlich ernster genommen werden. „Wir alle - Einrichtungen, Träger, Hilfsdienste, Behörden und Bürgerinnen und Bürger - müssen deswegen Hitzewarnungen sehr viel ernster nehmen, wie das in der Vergangenheit der Fall war“, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) in einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses des Landtages. Wasser läuft aus einem Trinkwasserbrunnen. (Symbolbild) Oliver Berg/dpaDer Minister erklärte im Ausschuss, dass mögliche Probleme im System an dem betreffenden Wochenende auch darauf zurückzuführen sein könnten, dass Verantwortliche in den Einrichtungen die Wettervorhersagen nicht ernst genommen hätten. Dadurch sei möglicherweise nicht sichergestellt worden, dass in den besonders stark beanspruchten Bereichen ausreichend Personal zur Verfügung gestanden habe.Dank guter Vorbereitung und des Einsatzes aller Beteiligten habe es keine flächendeckende Überlastungs- und Gefährdungssituation gegeben. Die Hitzewelle habe NRW nicht unvorbereitet getroffen. Laumann verwies auf vorhandene Konzepte und auf Informationsmaterial für die Bevölkerung. Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen. (Archivbild) Rolf Vennenbernd/dpaKeine zusätzlichen FördermittelFür bauliche Veränderungen stünden aktuell keine NRW-Fördermittel bereit. Hitzeschutzmaßnahmen würden perspektivisch berücksichtigt. Man werde sich anschauen, „wie das Ineinandergreifen von Aktivierungen von Maßnahmen besser funktionieren kann, indem die Warnstufen des Deutschen Wetterdienstes stärker in den Blick genommen werden.“ Hunderte Hitzetote geschätztDas RKI schätzt laut Laumann, dass in diesem Sommer bis zum 28. Juni etwa 1.230 Menschen in NRW aufgrund von Hitze gestorben sind. Die Versorgungslage in den Krankenhäusern bleibe angespannt, wie die Auslastung der Notaufnahmen und der verfügbaren Intensivbetten zeige.© dpa-infocom, dpa:260713-930-376532/2

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