Wuppertal (dpa/lnw) - Die Deutsche Bahn zieht zum Ende der gut fünfmonatigen Generalsanierung der Strecke Köln-Wuppertal-Hagen eine positive Bilanz. Die Arbeiten seien pünktlich abgeschlossen und die Kosten seien sogar etwas niedriger ausgefallen als geplant. Die ursprünglich veranschlagten 800 Millionen Euro werde man um einen „mittleren zweistelligen Millionenbetrag“ unterschreiten, teilte das Unternehmen mit. Nach mehr als fünf Monaten Bauzeit will die Bahn die Strecke am Freitagabend (21.00 Uhr) wieder freigeben. Gleichzeitig beginnt die Generalsanierung der Strecke von Troisdorf in die hessische Hauptstadt Wiesbaden. Genau wie zuletzt rund um Wuppertal müssen Reisende auch dort gut fünf Monate lang auf Ersatzbusse umsteigen, weil die Strecke für die Bauarbeiten voll gesperrt wird.Ersatzbusse fuhren 6,1 Millionen Kilometer Zwischen Köln, Wuppertal und Hagen habe man den Fahrgästen in den vergangenen Monaten viel abverlangen müssen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Infrastrukturgesellschaft DB InfraGO, Philipp Nagl. Wegen der Streckensperrung mussten sie auf rund 200 Ersatzbusse umsteigen, die deutlich länger unterwegs waren als sonst die Züge. 6,1 Millionen Kilometer hätten die Busse seit Anfang Februar zurückgelegt. „Aber: Am Ende lohnt es sich“, versicherte Nagl. „Wir kommen voran, wir machen die Infrastruktur Schritt für Schritt wieder fit.“ Insgesamt seien 550 Menschen mit den Arbeiten an der Strecke beschäftigt gewesen. Laut Bahn wurden 81 Kilometer Gleise ausgetauscht, 51 Weichen und 21 Kilometer Oberleitung erneuert. Außerdem wurden Schallschutzwände gebaut und zwölf Bahnhöfe saniert. Verkehrsminister fordert weitere VerbesserungenNordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) mahnte zugleich an, dass die Bahn die Qualität des Zugverkehrs weiter verbessern müsse. „Das Ziel ist eine zuverlässigere Strecke. Daran muss weitergearbeitet werden: weniger Verspätungen, Störungen und Engpässe für eine Rückkehr zur Qualität, die die Fahrgäste zu Recht erwarten“, forderte er.Während der Sanierung hat die Bahn zwischen Köln und Hagen tonnenweise neuen Schotter unter die Gleise gebracht. Rolf Vennenbernd/dpaZuletzt waren wieder mehrere Stellwerke rund um Wuppertal ausgefallen und hatten den Bahnverkehr auf den Abschnitten, die nicht für die Generalsanierung gesperrt waren, gut zwei Wochen lang weitgehend lahmgelegt. Auch in den kommenden Tagen müssten sich Fahrgäste auf der runderneuerten Strecke womöglich noch auf Einschränkungen einstellen, teilte die Bahn mit. „In der ersten Phase der Inbetriebnahme nach einer Sanierung dieses Ausmaßes kann es anfänglich noch zu Anlaufschwierigkeiten kommen.“ Fachleute seien aber vor Ort unterwegs, um bei möglichen Störungen schnell reagieren zu können. Nächste Generalsanierung trifft Reisende Richtung HessenInsgesamt plant die Bahn bis 2035 auf zehn wichtigen Strecken in Nordrhein-Westfalen Generalsanierungen. Das nächste Großprojekt ist die Strecke zwischen Troisdorf und Wiesbaden. Dort sollen für 1,6 Milliarden Euro unter anderem Gleise, Weichen, Oberleitungen, Signaltechnik, Brücken, Tunnel, Bahnübergänge und Bahnhöfe modernisiert werden.Für Reisende gibt es deshalb ab Freitagabend (21.00 Uhr) als Ersatz für die Züge einen Busverkehr auf 13 Linien. Expresslinien sorgen für möglichst schnelle Verbindungen zwischen den großen Städten. Auch Rheinfähren sind in das Ersatzverkehrskonzept eingebunden. Sämtliche Ersatzverbindungen seien in der Online-Auskunft der Bahn und der Verkehrsverbünde berücksichtigt. Unter bahn.de/ersatzverkehr-rechter-rhein wurde eine spezielle Website zum Ersatzverkehr eingerichtet.Arbeiten am Schienennetz gehen noch jahrelang weiter Auch für die kommenden Jahre hat die Bahn schon einen genauen Plan, welche Gleise wann saniert werden sollen: 2028 sollen die Strecken von Hagen über Unna nach Hamm sowie linksrheinisch von Köln über Bonn nach Koblenz grundlegend erneuert werden. 2029 steht die Strecke Aachen-Köln auf dem Programm. 2032 soll Münster-Recklinghausen folgen.Gut fünf Monate lang wurde rund um Wuppertal an den Gleisen und den Bahnhöfen gearbeitet. Rolf Vennenbernd/dpa2033 ist den Plänen zufolge die zentrale Bahnachse vom Ruhrgebiet über Düsseldorf nach Köln an der Reihe. Im selben Jahr steht die Sanierung der Strecke Osnabrück-Münster an, auf der die Fernzüge von NRW nach Hamburg fahren. 2035 soll schließlich die Strecke von Minden nach Wunstorf in Angriff genommen werden. Der Abschnitt ist wichtig für den Fernverkehr, denn dort fahren die ICE aus NRW nach Hannover und Berlin.Die Bahn verspricht ihren Reisenden, dass die Züge nach der aufwendigen Sanierung „verlässlicher und leistungsfähiger“ werden. Störungen und Verspätungen sollen sich „deutlich reduzieren“.© dpa-infocom, dpa:260710-930-362024/3

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