München (dpa/lby) - Die Menschen in Bayern müssen in den kommenden Tagen weiterhin mit Unwettern rechnen, bevor es Richtung Wochenende wieder entspannter werden dürfte: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte bereits für Dienstagabend in Oberbayern und Schwaben vor schweren Gewittern mit teils lebensgefährlichen Blitzschlägen. Auch am Mittwoch soll es heftige Gewitter geben - Starkregen, Hagel und Windböen inklusive. Erst in der Nacht zum Donnerstag beruhigt sich die Lage demnach. In der Nacht zum Mittwoch sagt der Deutsche Wetterdienst erhebliche Regenmengen vor allem in Nordbayern und Schwaben voraus. Unwetterartige Gewitter würden sich zu einem größeren Komplex zusammenschließen. In wenigen Stunden könnten örtlich bis zu 60 Liter Niederschlag pro Quadratmeter fallen. Punktuell seien Mengen bis 80 Liter nicht ausgeschlossen. Am Donnerstag soll es dann im Norden Bayerns mit 23 bis 26 Grad angenehm warm werden - lediglich in Unterfranken eher schwül bei 29 Grad. In der Nacht zum Freitag ist es stark bewölkt, kurzzeitig kann es auch regnen. „Fluffige“ BewölkungIm Süden erwartet die Menschen am Donnerstag „fluffige, zeitweise aber auch starke Quellbewölkung mit Sonnenschein“, wie der DWD schreibt. Es bleibe trocken, ehe in der Nacht zum Freitag wieder Regen aufkomme.Nach der Hitzewelle der vergangenen Tage mit extrem hohen Temperaturen gab es in der Nacht zum Dienstag regional teils schwere Gewitter.Der blitzreichste TagDer Montag war der bisher blitzreichste Tag in diesem Jahr in Bayern. Der Blitz-Informationsdienst Aldis/Blids zählte 2.577 Einschläge im Freistaat. Das waren rund 600 mehr als am bisherigen Spitzenreiter, dem 31. Mai. Betroffen waren vor allem der Süden und Osten. Blitzzahlen können sich je nach Methode unterscheiden. Aldis/Blids zählt nur Wolke-Erde-Blitze und dabei sogenannte Flashes - wenn der Blitz flackert, wird dies dabei nur als ein Blitz gezählt.Es krachte, blitzte und donnerte am Alpenrand und insbesondere im Raum Rosenheim und Salzburg bis nach Niederbayern teils heftig. So mancher, der auf kühlendes Nass gehofft hatte, wurde aber auch enttäuscht: So schnell manche dunkle Wolke gekommen war, so schnell war sie dann auch wieder verschwunden.In München verwandelten sich am Montag innerhalb weniger Minuten Straßen und Wege in Bäche. Die bis dato noch immer hochsommerlichen Temperaturen von 26 Grad und mehr stürzten um mehrere Grad nach unten. Vollgelaufene Keller und umgestürzte BäumeIn der Nacht berichtete das Schwandorfer Landratsamt dann von zahlreichen Einsätzen rund um Schwandorf. Rund 450 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Rettungsdiensten waren demnach im Einsatz, unter anderem wegen vollgelaufener Keller und überfluteter Unterführungen. Die Einsätze verdeutlichten eindrucksvoll die Dynamik der aktuellen Wetterlage, teilte das Landratsamt mit. Noch vor wenigen Tagen seien Feuerwehren und Hilfsorganisationen aufgrund der anhaltenden Trockenheit schwerpunktmäßig bei Vegetationsbränden gefordert gewesen. Innerhalb kürzester Zeit habe sich die Lage zu einer „großflächigen Unwettersituation“ mit mehreren hundert Einsatzstellen gewandelt. Die Einsatzkräfte hätten sich auf völlig veränderte Lagen einstellen müssen.DachstuhlbrandAuch im Landkreis München rückte die Feuerwehr wegen des Unwetters zu rund 150 Einsätzen aus. Bei den Einsätzen handelte es sich nach Angaben eines Sprechers vor allem um vollgelaufene Keller sowie um umgestürzte Äste und Bäume. Verletzte oder größere Verkehrsunfälle wurden demnach nicht gemeldet.Im Münchner Stadtteil Solln meldete die Feuerwehr einen Dachstuhlbrand, mutmaßlich nach Blitzeinschlag. Die Bewohner hatten das Gebäude rechtzeitig verlassen können, die Schadenshöhe war zunächst unklar.© dpa-infocom, dpa:260629-930-306348/8

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