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Heiß, heißer, Kitzingen: Deshalb ist es dort so warm

Kitzingen (dpa/lby) - Der bayerische Sommer 2025 ist einer der zehn wärmsten seit Beginn der Messungen gewesen – und auch heuer geht es mit der Hitze weiter. In den kommenden Tagen soll es den Vorhersagen zufolge vielerorts wieder weit über 30 Grad warm werden, wohlgemerkt im Schatten! Im unterfränkischen Kitzingen wird es oft besonders heiß, aber auch andere Regionen im Freistaat sind Hitze-Hotspots. Ein Erklärungsversuch: Kitzingen: Wärmeinsel BayernsKitzingen, eine Kleinstadt mainaufwärts knapp 20 Kilometer östlich von Würzburg gelegen, war im vergangenen Jahr am 2. Juli mit 39,1 Grad nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) der heißeste Ort in Bayern. Schon früher stach Kitzingen hervor: Am 5. Juli 2015 registrierte die dortige DWD-Messstation 40,3 Grad – damals bundesweiter Rekord seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen 1881.Auch die Bebauung in der Stadt verhindert Abkühlung. (Symbolbild) Karl-Josef Hildenbrand/dpa„Aufgrund der dichten Bebauung in Kitzingen (gerade in der Altstadt) wirkt die lokale Hitzebelastung noch größer“, heißt es bei der Stadt. Viele versiegelte Flächen, wenig Grün und dunkler Asphalt führten zu Wärmeinseln. Dadurch sei es in der Stadt deutlich wärmer als im Umland.Trockene Böden verstärken den Effekt Dass es vor allem in Unterfranken oft sehr heiß ist, liegt Meteorologen zufolge unter anderem an der Höhe. Der Regierungsbezirk ist die niedrigste Region Bayerns, Kitzingen liegt etwa 200 Meter über dem Meeresspiegel. Zudem ist es dort deutlich trockener als im Süden.In Unterfranken ist es oft besonders trocken. (Symbolbild) Daniel Vogl/dpaNachts sammle sich die kalte Luft im Maintal, erklärt Lothar Bock von der Abteilung Klimatologie des DWD in München. „Wenn dann sommerlich warme Wetterlagen da sind, dann erhitzt sich die Luft natürlich schneller als im Maintal.“ Durch den sehr trockenen Boden „kann kaum etwas verdunsten und dann fehlt diese Verdunstungsabkühlung“. Dadurch werde es noch wärmer. Zwischen Bergen eingekesseltAuch die geografische Lage sei entscheidend. Kitzingen liege zwischen den Gebirgszügen Spessart im Westen und dem Steigerwald im Osten in einem Kessel. An der windabgewandten Seite des Spessarts gebe es weniger Niederschlag - und das treffe den Untermain, erklärt DWD-Experte Bock.Am häufigsten regnet es in Unterfranken in den Mittelgebirgslagen von Spessart und Rhön, in den Weinanbaugebieten am seltensten, wie Wissenschaftler der Universität Würzburg in ihrem „Klimabericht für Unterfranken“ schreiben. Immer wieder ist Kitzingen Bayerns heißester Ort. (Symbolbild) Sven Hoppe/dpaHinzu kommen häufige Westwindlagen. Auch in Kitzingen kommt kühlende Frischluft vor allem aus Westen. Doch die Bebauung dort ist ein Hindernis für die Luftzufuhr – die Frischluftschneise ist schlicht zugebaut.Weitere Hitze-HotspotsDoch nicht nur die Unterfranken sind hitzegeplagt. Rund um Regensburg und direkt am Bodensee sei es auch oft sehr warm, erklärt Bock. „Die warme Luft kommt meistens aus Südwesten. Das erwischt natürlich dann erstmal den Bodenseeraum, und deswegen ist es da besonders warm.“ Der Bodensee befinde sich in einer sogenannten Beckenlage, umringt von Höhenlagen wie dem Allgäu. Das begünstige höhere Temperaturen. Regensburg wiederum sei eine relativ trockene Region. Das Umland mit der Fränkischen Alb, aber auch dem Bayerischen Wald, bilde eine Regengrenze.Was können besonders betroffene Regionen tun?„Gegen den meteorologisch-klimatologischen Umstand können wir unmittelbar wenig machen“, sagt Klimafachmann Bock. „Bäume helfen immer, natürliche Beschattung ist ein wichtiger Faktor.“ Zu Hause schützten Außenjalousien besser vor Hitze als Innenjalousien.Abkühlung bieten öffentliche Brunnen. (Symbolbild) Daniel Karmann/dpaNach Angaben des Bundes Naturschutz in Bayern wirken Straßenbäume und Parks wie natürliche Klimaanlagen: Sie spenden Schatten und senken durch Verdunstung die Umgebungstemperatur. Doch in Bayerns Städten gingen weiterhin viele Bäume verloren. Zwischen 2012 und 2022 seien in den größten Städten bis zu 300.000 Bäume verschwunden, rund 250.000 seien im selben Zeitraum nachgepflanzt worden.© dpa-infocom, dpa:260618-930-240664/1

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