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Storia in 3 fonti

Warum die Bahnstrecke Hamburg-Hannover wieder Ärger bereitet

Hamburg/Hannover (dpa) - Wer derzeit mit der Bahn zwischen Hamburg und Hannover unterwegs ist, braucht Geduld und gute Planung. Seit Anfang Mai läuft auf der Strecke eine sogenannte Qualitätsoffensive der Deutschen Bahn (DB). Im Regionalverkehr fahren zwischen beiden Städten keine durchgehenden Nahverkehrszüge mehr, vielerorts ersetzen Busse die ausfallenden Verbindungen.Ab Mitte Juni wird es noch einmal komplizierter: Dann wird die gesamte Strecke für den Bahnbetrieb gesperrt. Warum wird gebaut und was bedeutet das für Reisende?Warum ist die Strecke Hamburg-Hannover so wichtig?Die Verbindung zählt zu den am stärksten belasteten Bahnstrecken Deutschlands. Nach DB-Angaben liegt die Auslastung auf dem Korridor bei bis zu 147 Prozent - die Trasse ist also überbelegt. Sie ist für den Fernverkehr zwischen Nord- und Süddeutschland wichtig, für Pendler in Niedersachsen und Hamburg – und besonders für den Güterverkehr.Über die Strecke wird der Hamburger Hafen mit Süddeutschland und dem europäischen Ausland verbunden. Nach DB-Angaben fährt jeder vierte Güterwagen in Deutschland ab oder nach Hamburg.Was passiert dort gerade?Die DB-Tochter InfraGo erneuert und repariert auf der rund 163 Kilometer langen Strecke zwischen Hamburg und Hannover Gleise, Weichen, Oberleitungen, Bahnhöfe und Brücken. Dazu kommen Arbeiten an Stellwerken und am Bahndamm bei Eschede. Die Arbeiten an der Schieneninfrastruktur liegen insgesamt im Plan, sagte eine DB-Sprecherin auf Anfrage.Wie lange wird die Baustelle bestehen?Die Arbeiten laufen seit dem 1. Mai und sollen bis zum 10. Juli dauern. Zunächst ist vor allem der Abschnitt Celle-Hannover betroffen. Ab dem 14. Juni wird dann die gesamte Strecke zwischen Hamburg und Hannover gesperrt. Fern- und Güterzüge werden umgeleitet. Im Regionalverkehr gilt ein Ersatzkonzept mit Bussen und einzelnen Zugangeboten auf Teilstrecken.Was genau ändert sich ab dem 14. Juni?Der nächste Teil des Ersatzkonzepts greift. Die gesamte Strecke Hamburg-Hannover ist nicht mehr befahrbar. Zwischen Uelzen und Lüneburg entfallen die Züge bis zum Ende der Qualitätsoffensive. Dafür sollen unter anderem Busse stündlich zwischen Lüneburg und Uelzen fahren.Außerdem sind in den Hauptverkehrszeiten zusätzliche Züge zwischen Lüneburg und Hamburg vorgesehen. Die RB 32 nach Dannenberg Ost soll wieder fahren.Warum gibt es überhaupt diese „Qualitätsoffensive“?Die Bahn will vor der noch größeren Korridorsanierung im Jahr 2029 bereits jetzt besonders dringende Arbeiten bündeln. Dann soll die Strecke Hamburg-Hannover für mehrere Monate umfassend saniert werden.Die jetzige Qualitätsoffensive ist also eine Art Vorstufe: Sie soll den Zustand der hoch belasteten Infrastruktur kurzfristig verbessern und zugleich Vorarbeiten für spätere Maßnahmen ermöglichen.Was bedeutet das für Fahrgäste im Regionalverkehr?Für Reisende gibt es je nach Abschnitt unterschiedliche Lösungen. Zwischen Celle und Uelzen fahren Ersatzbusse. Auch zwischen Celle und Langenhagen-Mitte sind Busse unterwegs. Zwischen Celle und Hannover fahren S-Bahnen, eine zusätzliche Linie wurde eingerichtet.Zwischen Lüneburg und Hamburg bleibt zeitweise ein Grundangebot auf der Schiene. Ab dem 14. Juni entfallen aber auch die Züge zwischen Uelzen und Lüneburg bis zum Ende der Qualitätsoffensive. Dann sollen dort Busse im Ersatzverkehr fahren.Funktioniert der Ersatzverkehr?Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) zieht zur Halbzeit eine gemischte Bilanz. Der Busersatzverkehr laufe planmäßig. Die Busse führen verlässlich, es gebe kaum Beschwerden von Fahrgästen. Die LNVG organisiert in Niedersachsen weite Teile des Nahverkehrsangebots und hat das Ersatzkonzept gemeinsam mit Verkehrsunternehmen geplant.Wo liegt dann das Problem?Aus Sicht der LNVG vor allem bei zusätzlichen Baustellen und kurzfristigen Änderungen. Besonders verärgert reagierte die Gesellschaft auf eine weitere Baustelle der DB InfraGo im Bereich Ehlershausen.Dort soll voraussichtlich vom 22. Juni bis zum 5. Juli ein S-Bahn-Gleis gesperrt werden. Betroffen sind nach LNVG-Angaben drei S-Bahnlinien zwischen Hannover und Celle – also ausgerechnet ein wichtiger Teil des Ersatzkonzepts während der Großbaustelle.Was sagt die Bahn dazu?Die DB sagt: Die Arbeiten liegen insgesamt im Plan. Die Qualitätsoffensive bündele in zehn Wochen viele unterschiedliche Arbeiten zur Erneuerung und Instandhaltung der wichtigen Strecke. So solle die Infrastruktur verbessert werden, bevor 2029 die umfassende Korridorsanierung beginne.Wie sehen Fahrgastvertreter die Lage?Der Fahrgastverband Pro Bahn hält das Ersatzkonzept für unzureichend. Der Landesverband Niedersachsen/Bremen kritisiert fehlende Schnellbusse entlang der gesperrten Strecke und zu wenige Direktverbindungen nach Hannover. Besonders problematisch seien überfüllte Züge auf den Umleitungsstrecken Hannover-Bremen sowie Buchholz-Hannover. Was müssen Reisende praktisch beachten?Fahrgäste sollten ihre Verbindung vor Fahrtantritt prüfen und mehr Zeit einplanen. Je nach Abschnitt ändern sich die Regelungen während der Bauphase. Fahrräder dürfen während der Qualitätsoffensive nicht in den Ersatzbussen mitgenommen werden, weil der Platz für Fahrgäste, Rollstühle und Kinderwagen gebraucht wird.Was hat das alles mit 2029 zu tun?Im Jahr 2029 soll die Strecke Hamburg-Hannover umfassend saniert werden – deutlich länger und tiefgreifender als jetzt. Die aktuelle Qualitätsoffensive gilt deshalb als Testfall. LNVG und Pro Bahn fordern, aus den jetzigen Problemen zu lernen: Umleitungsstrecken müssten vorher ertüchtigt, Baustellen besser abgestimmt und Ersatzangebote flexibler geplant werden.© dpa-infocom, dpa:260611-930-205224/1

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