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Barmer: Technik als Hilfe, nicht als Ersatz in der Pflege

Kiel (dpa/lno) - Für die Barmer Schleswig-Holstein wird der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Pflege unvermeidbar sein - allerdings müsse die Technik behutsam eingesetzt werden. „Es darf die menschliche Bindung und Beziehung nicht ersetzen“, sagte die Landesgeschäftsführerin der Krankenkasse Anneke Riehl der Deutschen Presse-Agentur. So müsse die Technik die Würde des Menschen berücksichtigen und auf den Einzelnen zugeschnitten sein. Allerdings brauche es eine gesellschaftliche Debatte, inwiefern KI eingesetzt wird. „Gesellschaftliche Akzeptanz entsteht nur durch transparente Kommunikation und die frühzeitige Einbindung von Pflegepersonen, Angehörigen und Pflegekräften“, betonte Riehl. Dabei dürfe der Einsatz von Künstlicher Intelligenz auch kein Selbstzweck sein - sondern müsse einen nachgewiesenen Nutzen für Pflegebedürftige haben. Laut dem Statistischen Bundesamt wird erwartet, dass es bis 2035 rund 5,6 Millionen Pflegebedürftige in Deutschland gibt. „Wir müssen an das Thema ran, weil wir den zusätzlichen Bedarf an Pflege in der Zukunft einfach nicht gedeckt kriegen“, erklärte Riehl. Dem Mangel an Pflegekräften und der wachsenden Anzahl pflegebedürftiger Menschen könne auch nicht mit Zuwanderung entgegengewirkt werden. Riehl plädiert für gesellschaftliche Diskussion um KI-EinsatzDie Anforderung sei daher, dass das Personal mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz entlastet, die Würde der Pflegebedürftigen gewahrt und ganzheitliche Versorgungsszenarien im Fokus stehen. Die Krankenkasse geht davon aus, dass zukünftig das Thema Pflegeheim in den Hintergrund rückt. „Aus finanzieller Sicht, aber auch weil der Wunsch besteht, als alter Mensch im gewohnten Alltag gepflegt zu werden“, führte Riehl aus. Dabei könne digitalisierte Technik auf zahlreiche Arten im Haushalt Anwendung finden. Sei es, dass wenn Menschen nachts aufstehen, um auf Toilette zu gehen, die Lichter automatisch angehen oder auch automatisch gemessen werde, ob genug getrunken wird oder der Pflegebedürftige gestürzt ist. KI-gestützte Diagnoseysteme ermöglichten dabei eine präzisere Vorhersage von Gesundheitsrisiken.So könne ein zielgerichteter Einsatz von Pflegefachkräften organisiert werden, und niemand müsse rund um die Uhr mit vor Ort sein, erklärte Riehl. Dies würde auch die Pflege neu organisieren, da diese dann datengestützter und dezentraler arbeiten könne. „Das heißt, die Technik soll unterstützen, Dinge einfacher machen, so dass die Pflege für die eigentlichen Aufgaben verantwortlich sein kann.“Allerdings sei es „extrem wichtig“, dass die Daten, die von der Künstlichen Intelligenz verarbeitet werden, die richtigen sind und die Verarbeitung in einem gesellschaftlichen Konsens geschehe, betonte die Landesgeschäftsführerin Riehl. Ziel müsse sein, zielgerichtet zu helfen, wenn es wirklich notwendig ist und so auch die Pflegenden zu entlasten - aber nicht menschlichen Kontakt zu verringern.© dpa-infocom, dpa:260530-930-149357/1

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