Stuttgart (dpa/lsw) - Der Arbeitsmarkt bleibt weiter unter Druck. Im Mai nahm die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 2 Prozent auf 297.819 ab, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Stuttgart mitteilte. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 4,6 Prozent. Die Frühjahrsbelebung falle in diesem Jahr schwach aus.Im Mai 2025 waren im Südwesten 289.624 Menschen ohne Beschäftigung. Damit sind es aktuell 2,8 Prozent mehr. Die Arbeitsagentur griff für die Statistik auf Datenmaterial zurück, das bis zum 12. Mai vorlag.Die Chefin der Regionaldirektion, Martina Musati, teilte mit: „Konjunktur, Strukturwandel und Geopolitik – alle drei belasten den Arbeitsmarkt.“ Die Zahl der Menschen, die ihre Arbeitsstelle verlören und sich arbeitslos meldeten, bleibe hoch und liege über den Vorjahren. „So fällt die Frühjahresbelebung zwar etwas stärker aus als in den Vorjahren, ist aber zu schwach, um Impulse am Arbeitsmarkt zu setzen.“Arbeitsminister Oliver Hildenbrand (Grüne) sagte, der Arbeitsmarkt sei nicht mehr so aufnahmefähig wie noch vor zwei Jahren. Unternehmen agierten deutlich vorsichtiger, offene Stellen würden langsamer oder teilweise gar nicht mehr nachbesetzt. DGB warnt vor Gewöhnung an NegativschlagzeilenIm Mai 2026 waren über 25.000 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos – gut vier Prozent weniger als im Vormonat. Erfreulich sei, dass viele junge Menschen im Mai ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Ausbildung oder Erwerbstätigkeit beenden konnten, wie die Regionaldirektion weiter mitteilte. Die Jugendarbeitslosigkeit liege aber weiterhin deutlich über dem Vorjahr.DGB-Landeschef Kai Burmeister sagte, man dürfe sich nicht daran gewöhnen, Monat für Monat neue Negativschlagzeilen rund um den Arbeitsmarkt als normal zu betrachten. „Statt Schulterzuckend danebenzustehen, müssen Unternehmen und Politik die Sicherung von Arbeitsplätzen zur absoluten Priorität erklären.“ Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) habe jetzt die Gelegenheit, sichere Arbeitsplätze und mehr Wirtschaftswachstum zum Kennzeichen der Landespolitik zu machen. „Wir Gewerkschaften reichen dazu die Hand. Von den Unternehmen erwarten wir Arbeitsplätze sichern statt Jobabbau.“© dpa-infocom, dpa:260529-930-144572/2

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