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Zehn Fragen: Wie Menschen den Bienen in NRW helfen können

Düsseldorf (dpa/lnw) - Während Honigbienen von Menschen als Nutzinsekten gehalten werden, leben Wildbienen für sich. Doch beide sind für unsere Umwelt unverzichtbar: Sie fliegen von einer zur nächsten Blühpflanze und suchen nach Pollen und Nektar. Dabei bestäuben sie Pflanzen und sichern ihr Fortbestehen. Was Wild- und Honigbienen in Nordrhein-Westfalen wirklich hilft, beantworten Imker Friedel Mirbach, Vorsitzender des Vereins zum Schutz der Wild- und Honigbienen Voreifel, Holger Sticht vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) NRW und ein Sprecher der Landwirtschaftskammer.Wie groß ist die Zahl der Honig-Bienenvölker in NRW-Großstädten?In Deutschland besteht eine gesetzliche Registrierungspflicht für Bienenvölker. Laut Landwirtschaftskammer hat Köln die größte Anzahl an registrierten Bienenvölkern (3.253) und Standorten (516). Es folgen Dortmund mit 2.923 Bienenvölkern und 355 Standorten sowie Bochum mit 2.431 Bienenvölkern und 295 Standorten. Bonn bildet mit 1.427 Bienenvölkern und 207 Standorten das Schlusslicht.Die Bienenwaben sind mit reichlich Honig gefüllt. Thomas Banneyer/dpaWie viele Honig- und Wildbienenarten gibt es in NRW?Experte Sticht sagt, es habe einst 360 Bienenarten in NRW gegeben. Doch die Datenlage ist schon etwas älter. Die letzte Rote Liste (Verzeichnis zur Artenerfassung) zu Bienen in NRW stammt aus 2009. Deswegen sei ein Vergleich schwierig. Bereits 2009 seien mehr als die Hälfte der Bienenarten gefährdet oder ausgestorben gewesen.Verdrängen Honigbienen die Wildbienen in den NRW-Städten?„Honigbienen und ihre Verwandten ergänzen sich, solange genügend Nahrung vorhanden ist“, schreibt die Landwirtschaftskammer. Sticht sieht das ähnlich. Es bestehe nicht generell eine Konkurrenz, nur wenn es zu wenig Nahrung gebe. Vor allem Wildbienen seien oft benachteiligt, da sie spezialisiert auf bestimmte Blühten seien. Zudem fallen durch Gifte und Landschaftszerstörung immer mehr Lebensräume weg. Gibt es erfolgreiche Projekte in NRW, um Lebensräume für Insekten zu schaffen?Seit einigen Jahren betreuen BUND-Gruppen Stadtgärten mit einer großen biologischen Vielfalt, davon profitieren auch zahlreiche Bienenarten. Unter diesen Gärten sei die Naturoase Soest, der Naturerlebnisgarten Herten oder der Naturerlebnisgarten Klettenberg in Köln, schreibt Sticht. Sind Supermarktblumen oder -saat geeignet für Bienen?Wer Bienen im heimischen Garten unterstützen möchte, für den sind laut Landwirtschaftskammer Lavendel, Thymian, Salbei oder Minze aus dem Supermarkt durchaus interessant. Aber heimische Pflanzen schmecken den Bienen am besten. Dazu zählen Korbblütler wie Margeriten oder Löwenzahn, gibt BUND-Experte Sticht an.Imker Mirbach ist kein großer Freund von Saatgutmischungen, die seien nicht wirklich für die Bienen geeignet. Aber ganz auf Zierpflanzen müsse man auch nicht verzichten. „Fünf Prozent dürfen auch für das Auge sein“, sagt er. Wer eine Beratung brauche, könne bei sogenannten Bio-Stationen vor Ort nachfragen. Das seien Gemeinschaften, die als Ansprechpartner bei Fragen helfen würden. Wie gut sind Insektenhotels?Insektenhilfen finden alle Expertinnen und Experten sinnvoll. In einen Holzstamm können Löcher mit einer Tiefe von bis zu acht Zentimetern und einem Abstand von drei bis zwei Zentimetern gebohrt werden. „Wände glätten, Bohrmehl ausklopfen“, schreibt die Landwirtschaftskammer. Sticht empfiehlt auch noch wetter- und sonnengeschützte Orte für das Insektenzuhause. Für Insekten und Wildbienen hat Friedel Mirbach ein großes Insektenhotel. Thomas Banneyer/dpa„Ich nehme Hartholz, damit sich die Bienen nicht verletzen können“, sagt Mirbach über sein Insektenhotel in Bornheim. Denn Weichholz wie Fichte oder Tanne könne bei der Bohrung splittern und die Bienenflügel verletzen. Die Landwirtschaftskammer gibt noch an, dass die Hotels aber nur für einen kleinen Anteil der Wildbienen geeignet sei.Welche Rolle spielen Pestizide und Kunstdünger auf Balkonen und in Gärten?Wer Gifte einsetze, bekämpfe die Insektenvielfalt, teilt Sticht mit. Auf Kunstdünger solle man auch verzichten, fügt er hinzu. Welchen Einfluss haben Hitzeperioden auf Bienen?Das hänge von der Bienenart ab, aber man könne ihnen generell mit frischem Wasser an sehr heißen Tagen helfen, schreibt Sticht. Je nach Schale seien kleine Flächen wie Steine oder Stöcke eine gute Trinkhilfe, fügt er hinzu.Imker Friedel Mirbach aus Bornheim stellt seinen Garten und seine Bienen vor. Thomas Banneyer/dpaWie gut ist Hobby-Imkern in NRW?Darin sind sich alle Experten einig: Imkern ist ein gutes Hobby, aber wer sich für die Haltung entscheidet, sollte sich mit einer artgerechten und ökologischen Haltung auseinandersetzen.Für Mirbach ist Imkern auch gut für ein besseres Verständnis von den Zusammenhängen in der Natur. Er habe auch schon Imker sagen hören: „Ich brauche das, um runterzukommen.“ Für einen guten Start mit den fleißigen Insekten empfiehlt Mirbach Imker-Kurse. Geeignete Kurse sind in den NRW-Städten leicht über Imkerverbände oder andere Anbieter online zu finden. Was sollten Menschen beachten, wenn sie sich fürs Hobby-Imkern in NRW entscheiden?Das Imkern nimmt viel Zeit in Anspruch. Denn wie jede Tierhaltung sei Imkern aufwendig, teilt die Landwirtschaftskammer mit. „Eine gute Ausbildung macht Sinn“, schreibt Sticht. Auch solle jeder Imker ein Grundwissen über Wildbienen entwickeln und mitdenken, ergänzt er.© dpa-infocom, dpa:260529-930-143781/1

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