Stralsund (dpa/mv) - Schildkröten füttern, Spaziergang in der Sonne, Bismarckhering und ein Verdienstorden – gleich mehrere Termine haben die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihren ehemaligen Wahlkreis nach Stralsund geführt.Am Vormittag nahm sie an einem Festakt zum Abschluss der mehrjährigen Sanierung des Meeresmuseums in der Altstadt teil. Sie habe die Besucherzahlen seit der Wiedereröffnung gar nicht glauben können, sagte sie in ihrer Rede.Nach Angaben der Stiftung Deutsches Meeresmuseum verzeichnete die neue Schau bereits rund 250.000 Gäste. Sie war nach mehrjähriger Bauzeit vergangenes Jahr teilweise wiedereröffnet worden. Seit Mai dieses Jahres ist auch der neue Aquarienrundgang zugänglich.Merkel ließ sich durch die Ausstellung führen und fütterte Schildkröten. Als für den Wahlkreis zuständige CDU-Abgeordnete unterstützte sie das Projekt wie schon den Bau des Ozeaneums auf der Stralsunder Hafeninsel.Die Sanierung des Meeresmuseums war Merkels Aussage nach von den Widrigkeiten der Welt betroffen. Unter anderem die Corona-Krise und der Krieg in der Ukraine hatten zu Verzögerungen und Kostensteigerungen geführt.Museumsdirektor wird emotionalMuseumsdirektor Andreas Tanschus sprach zudem von einem Cyberangriff und einem Vergaberechtsstreit als Hindernisse. „Dass es so viele Widrigkeiten gibt, habe ich in meinen schlimmsten Alpträumen nicht gesehen.“ Teil der Modernisierung sein zu dürfen, nannte er dennoch eine „außerordentliche Gnade“. Am Ende seiner teils emotionalen Rede versagte ihm fast die Stimme.Gegenüber den ursprünglichen Plänen mussten Bund und Land die Finanzierung aufstocken auf insgesamt mehr als 51 Millionen Euro. Merkel dankte der damaligen Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) für die Beschaffung entsprechender Gelder zur Amtszeit von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP): „Frau Geywitz, ich kann's mir vorstellen, Finanzminister Lindner - Finanzminister sind nie einfach -, aber der war besonders schwierig, glaube ich.“Geschenkter Bismarckhering für MerkelNach dem Rundgang durch das modernisierte Museum spazierte Merkel zusammen mit Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) und Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) durch die Innenstadt zum Rathaus, wo Merkel am Nachmittag den Verdienstorden des Landes erhalten sollte.Vor dem Rathaus hatten sich am Nachmittag Menschen versammelt, um dagegen zu demonstrieren. Die AfD hatte dazu aufgerufen und Parteivertreter als Redner angekündigt. Auf dem Weg zum Rathaus schaute Merkel in den Fischladen Rasmus, der nach eigenen Angaben den nach original Stralsunder Rezept hergestellten Bismarckhering verkauft. Schon die Ex-Präsidenten George W. Bush und François Hollande hatten sich diesen auf Staatsbesuch in Merkels damaligen Wahlkreis schmecken lassen. Dieses Mal erhielt Merkel prompt eine Kiste geschenkt. Sie könne das annehmen, sagte sie. „Ich bin ja nicht mehr im Amt.“© dpa-infocom, dpa:250929-930-97746/3

Altkanzlerin Angela Merkel ist erneut in ihren ehemaligen Wahlkreis nach Stralsund gekommen. Anlass war der Abschluss eines Großprojektes und eine Ehrung.

Stralsund (dpa/mv) - Schildkröten füttern, Spaziergang in der Sonne, Bismarckhering und ein Verdienstorden – gleich mehrere Termine haben die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel…