PfadnavigationHomePolitikAuslandAngriffe auf EnergieanlagenTrump verkündet Einigung zwischen Ukraine und Russland – Selenskyj zeigt sich skeptischStand: 18:47 UhrLesedauer: 3 MinutenUS-Präsident Trump zufolge haben sich Russland und die Ukraine darauf geeinigt, keine gegnerischen Energieanlagen mehr anzugreifen.Laut US-Präsident Trump werden Russland und die Ukraine künftig keine Energieanlagen des Gegners mehr beschießen. Eine Bestätigung aus Moskau gibt es bislang nicht. Der ukrainische Präsident Selenskyj äußert sich.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenRussland und die Ukraine wollen nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump auf Angriffe auf gegnerische Energieanlagen verzichten. Das teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit, ohne weitere Details zu nennen. Der Kreml reagierte bisher nicht offiziell auf Trumps Erklärung.Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigte sich in einem Beitrag auf der Online-Plattform X hingegen skeptisch. Die Ukraine habe ihren Partnern vorgeschlagen, mit Russland ein Abkommen zum Schutz kritischer Infrastruktur zu vereinbaren. Geschützt werden müssten „Nahrungsmittel, Energie und andere lebenswichtige Grundlagen“, da russische Angriffe vor allem auf diese Bereiche zielten, schrieb er. Zugleich äußerte Selenskyj Zweifel daran, dass Russland eine solche Vereinbarung tatsächlich einhalten würde. Sollten die Partner der Ukraine jedoch gewährleisten können, dass Russland auf Angriffe gegen das ukrainische Stromnetz, andere Energieanlagen sowie kritische Infrastruktur und Versorgungswege verzichte, sei Kiew bereit, seinerseits entsprechende Angriffe einzustellen. Selenskyj betonte, ein solcher Schritt müsse verlässlich und langfristig wirken.Er dürfe nicht nur vorübergehend Bestand haben, um Russland nach den dort anstehenden Wahlen eine Entlastung bei der Versorgung mit Benzin und Diesel zu verschaffen. Der Krieg müsse beendet werden, schrieb der ukrainische Präsident. Eine Deeskalation beim Schutz kritischer Infrastruktur könne dabei „ein erster Schritt in Richtung Frieden“ sein. Von den Partnern erwarte die Ukraine nun konkrete Vorschläge.Die Ukraine flog in den vergangenen Monaten schwere Angriffe gegen die russische Erdöl-Industrie und sorgte damit zeitweise für Engpässe auf dem Treibstoffmarkt in Russland. Moskau antwortete mit gezielten Angriffen auf Anlagen in der Ukraine und nahm auch einzelne Tankstellen ins Visier. Auf dem Schwarzen Meer haben die Kriegsgegner jeweils Ziele der anderen Seite angegriffen.Trump hatte den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erst am Vortag aufgerufen, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen und ihn für eine weltweite Dieselknappheit verantwortlich gemacht. Lesen Sie auch„Er muss aufhören, die Dieselversorgung in Russland lahmzulegen“, sagte Trump in Doonbeg an der irischen Westküste vor Journalisten. Trump ließ dabei außen vor, dass die jüngste Energiekrise erst durch den Krieg gegen den Iran und die Situation in der Straße von Hormus ausgelöst wurde.Trump hatte auch mitgeteilt, die USA hätten mit Selenskyj bereits über Angriffe auf den Energiesektor gesprochen. „Es gibt jede Menge andere Ziele. Er darf keine Dieselanlagen angreifen, denn das schadet der ganzen Welt.“ Seit Sonntag gab es keine Berichte über neue Angriffe auf Energieanlagen der Kriegsparteien.Selenskyj hatte zuvor erklärt, er wolle sich am 20. oder 21. September in New York mit Trump treffen, um mit ihm über Feuerpausen auf dem Meer sowie für Energieanlagen zu sprechen. „Wir sind offen für eine entsprechende Feuerpause in den Bereichen Seeverkehr und Energie“, sagte er im ukrainischen Fernsehen. Er werde all das mit dem US-Präsidenten besprechen, sofern es mit dessen Plänen übereinstimme und es Selenskyj gelinge, nach New York zu fliegen.lay/ll mit dpa