Wer den Gegner nach seinem Budget bewertet, so ein Bonmot in der Sicherheitspolitik, hat den Krieg schon halb verloren. An diesem Wochenende ist dieser Satz zur Rechnung geworden. Und diese Rechnung wird nicht in Sanaa bezahlt, sondern an Tankstellen in Ohio, in Frachtkalkulationen in Rotterdam und in den Renditeaufschlägen für US-Staatsanleihen, die inzwischen auf Niveaus stehen, die man seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr gesehen hat.
Die Faktenlage ist unübersichtlich, aber der harte Kern ist belastbar. Das saudische Energieministerium hat über die staatliche Nachrichtenagentur SPA bestätigt, dass die Ost-West-Pipeline in den Regionen Riad und Medina am Morgen des 10. Septembers mehrfach angegriffen und anschließend vorsorglich abgeschaltet wurde; es gab Verletzte, technische Teams prüfen die Anlage.
Die saudische Ölroute ist wichtig für die Weltwirtschaft
Das ist eine amtliche Bestätigung, keine Spekulation – und sie wiegt schwer, denn diese 1200 Kilometer lange Leitung quer über die Arabische Halbinsel war seit Kriegsbeginn im Februar der Rettungsanker des weltgrößten Ölexporteurs.
Rund vier Millionen Barrel pro Tag, etwa vier Prozent des globalen Angebots, wurden über sie an der blockierten Straße von Hormus vorbei nach Yanbu ans Rote Meer geleitet. Saudische Ölkäufer und Händler taxieren die Bestände in Yanbu nach Angaben von Reuters auf fünf bis sieben Exporttage. Danach wird es rechnerisch dünn.













