Rund 6,3 Millionen Niedersachsen waren am Sonntag aufgerufen, ihre kommunalen Räte, Kreistage, Bürgermeister und Landräte zu wählen. Damit hatten mehr Bürgerinnen und Bürger die Wahl als am kommenden Sonntag, wenn Berliner Abgeordnetenhaus und Landtag Mecklenburg-Vorpommern neu gewählt werden.Eine Bewertung der landesweiten Ergebnisse war am Sonntagabend kaum möglich. Die endgültigen Ergebnisse wurden erst für Montag erwartet.Der Blick auf die Oberbürgermeisterwahlen in den größeren Städten zeigt jedoch eine Tendenz: gute Ergebnisse, teils Triumphe für die Amtsinhaber. In der mit Abstand größten Stadt, der Landeshauptstadt Hannover, lag Belit Onay eindeutig vorn. Der grüne OB regiert in Hannover seit 2019. Er jedoch muss in eine Stichwahl, gegen Axel von der Ohe (SPD). Hannover ist kein SPD-„Erbhof“ mehr Einst galt Hannover als „Erbhof“ der SPD. In jüngster Zeit machten die Sozialdemokraten mit Affären von sich reden, etwa einem möglichen Subventionsbetrug um einen Integrationsverein einer früheren SPD-Ratsfrau.Doch auch der CDU-Kandidat für das OB-Amt, Peter Karst, geriet jüngst unter Druck: Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen ihn, es gab eine Durchsuchung. Für die Stichwahl in zwei Wochen stellt sich die Frage, ob Sozialdemokrat von der Ohe genug Stimmen von Anhängern anderer Parteien bekommt, um gegen Onay zu gewinnen. Zweifel sind erlaubt.In der Nachfolge von Steffen Krach (SPD) als Präsident der Region Hannover liegt dessen Parteifreundin Eva Bender vorn, gefolgt von Oliver Junk (CDU).In Wolfsburg setzte sich Amtsinhaber Dennis Weilmann (CDU) sogar im ersten Wahlgang durch, knapp mit 50,1 Prozent. Die Volkswagen-Stadt wird seit 1945 mal von Oberbürgermeistern der SPD, mal der CDU regiert. Erfolg für SPD-Nachwuchshoffnung Kornblum Klar vorn lag auch Thorsten Kornblum, sozialdemokratischer Oberbürgermeister von Braunschweig. Er muss in die Stichwahl, wohl gegen Maximilian Pohler (CDU). Kornblum werden Ambition und Fähigkeit nachgesagt, eines Tages Ministerpräsident zu werden.In Oldenburg wird es eine Stichwahl geben zwischen den OB-Kandidaten von SPD und Grünen, in Osnabrück zwischen denen von CDU und Grünen.In dem bescheidenen Abschneiden der AfD bei den OB-Wahlen zeigt sich ein deutlicher Unterschied zu den NRW-Kommunalwahlen vor einem Jahr. Hier schafften es AfD-Kandidaten in die Stichwahl um die OB-Ämter in Duisburg, Gelsenkirchen und Hagen (wo sie dann indes scheiterten).Die Parteien blicken sehr genau auf Niedersachsen, wo 2027 der Landtag gewählt wird. Die jüngste Umfrage dazu sieht die SPD bei 26 Prozent, die CDU bei 22 Prozent – das sind in diesen Zeiten fast schon sensationell gute Werte, vor allem für die Sozialdemokraten.
Niedersachsen hat gewählt: Ein Triumph der Amtsinhaber in Hannover und Wolfsburg
Am Sonntag wählten die Niedersachsen ihre Bürgermeister und kommunalen Räte. In Hannover lag Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) klar vorn. Wolfsburg wird weiter von einem CDU-OB regiert.











