Kevin Krawietz und Tim Pütz saßen im Pressraum 2, der schmuckloser kaum sein könnte: sieben, acht Stühle, ein Tisch vorn, so glamourös sehen die US Open hinter der schillernden Fassade aus. Gerade hatten die zwei verloren. Sie sahen ernst aus.Das 4:6, 6:7 (6) gegen Christian Harrison aus den USA und den Briten Neal Skupski war zweifellos eine Niederlage, die besonders schmerzte. „Das ist enttäuschend, natürlich“, sagte Krawietz, einer der erfolgreichsten Doppelspieler der deutschen Tennisgeschichte. Auf seinem Schoß saß sein dreijähriger Sohn Theo. Zwei Grand-Slam-Titel gewann Krawietz bereits, mit Andreas Mies 2019 und 2020 bei den French Open. Mit einem Partner Pütz bildet er seit vier Jahren ein Duo, ATP-Weltmeister wurden sie, sie gewann Turniere auf jeder Stufe der Tour – nur eine Trophäe bei einem der vier großen Majors konnten sie bislang nicht verbuchen. Und auch an diesem herrlich warmen Samstag in New York gingen sie im letzten Moment knapp leer aus.Die beiden hatten ein vorzügliches Turnier gespielt und wie 2024 das Endspiel bei den US Open erreicht. Doch gegen Harrison und Skupski vergaben sie zu viele Chancen. Das Preisgeld von 500 000 US-Dollar (rund 431 000 Euro) sei wenigstens „ein schöner Trostpreis“, sagte Pütz, der dann noch etwas anderes zu verkünden hatte. Denn er und Krawietz hatten womöglich die letzte gemeinsame Chance zusammen.„Ich habe jetzt sehr viele Jahre meines Lebens geopfert für das Tennis“Pütz überlegt, sich mehr um seine Familie zu kümmern. Ob er nächstes Jahr noch spiele, „steht in den Sternen im Moment“, sagte der 38 Jahre alte Frankfurter. Es bestehe aber, das verriet er, „eine gute Chance, dass ich nächstes Jahr nicht mehr voll weiterspiele. Und sich Kevin wahrscheinlich einen neuen Partner suchen muss“. Pütz hat zwei Kinder, er ist das halbe Jahr unterwegs, „ich habe jetzt sehr viele Jahre meines Lebens geopfert für das Tennis, wir als Familie haben sehr viel Zeit da geopfert“, sagte er. Und so langsam habe er das Gefühl, „das reicht, wir haben jetzt genug geopfert, ich will gerne zu Hause sein“.Krawietz war natürlich nicht überrascht von den Ausführungen seines Doppelpartners, mit dem er in der kommenden Woche auch beim deutschen Davis-Cup-Duell in Halle/Westfalen gegen Kroatien antreten wird. Er halte bereits „Augen und Ohren offen für einen neuen Partner. Und wenn der Pützi irgendwann sagt, er spielt keinen vollen Kalender mehr, dann suche ich mir einen neuen Partner“.Angesichts dieser Situation wog die Niederlage am Samstag zusätzlich schwer. „Das nervt schon“, sagte Pütz, der zwar einen Grand-Slam-Titel gewonnen hat, allerdings im Mixed, 2023 bei den French Open mit der Japanerin Miyu Kato. „Wahrscheinlich hätten wir lieber gewonnen ohne Preisgeld als zu verlieren mit viel Preisgeld“, befand Pütz. Endgültig über seine Zukunft entscheiden wolle er dann in den kommenden Wochen.
Kevin Krawietz und Tim Pütz verlieren US-Open-Finale in New York
Kevin Krawietz und Tim Pütz erreichen das Doppel-Finale der US Open in New York, verlieren jedoch knapp. Pütz denkt über Karriereende nach, Krawietz sucht neuen Partner.











