Bröckelnder Putz, quietschende Türen, Räume, die sonst niemand betritt: Am Tag des offenen Denkmals lassen sich Orte erleben, die im Alltag verschlossen bleiben. Seit 1993 wird sie von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bundesweit koordiniert. Am Sonntag, den 13. September 2026, öffnen bundesweit tausende Bauwerke ihre Türen – vom mittelalterlichen Mühlengebäude über die barocke Gestütsanlage bis hin zum Jugendstilgebäude, das nach den Plänen des bekannten Architekten Henry van de Velde in Gera entstand.

Wer den Tag für einen Ausflug nutzen will, hat in Ostdeutschland die Wahl zwischen mehreren tausend Zielen: Die Programmdatenbank der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) listet allein für Sachsen 1022 Objekte, für Thüringen 483, für Sachsen-Anhalt 435, für Brandenburg 346 und für Mecklenburg-Vorpommern 277.

Damit die Auswahl leichter fällt, stellt die OAZ für jedes ostdeutsche Bundesland Denkmale vor, die einen Besuch besonders lohnen – von der kuriosen Bahnstation „Amerika“ in Sachsen bis zur einzigen vollständig erhaltenen Renaissance-Zitadelle Norddeutschlands.

Sachsen: Mühle, Erzwäsche und ein Bahnhof namens Amerika

Göltzschtalbrücke: 26.021.000 vermauerte Ziegelsteine, eine Länge von 574 Metern und eine Höhe von 78 Metern machen die Göltzschtalbrücke im sächsischen Vogtland zur größten Ziegelsteinbrücke der Welt. Erbaut von 1846-51 für die Eisenbahnverbindung zwischen Leipzig und Nürnberg, kann sie bis heute von der Eisenbahn ohne jegliche Einschränkungen befahren werden. Nicht umsonst wurde sie von ihren Arbeitern (im Weihespruch zur Schlusssteinlegung am 14.09.1850) als „Achtes Weltwunder“ bezeichnet. Am Sonntag findet ab 13 Uhr ein einstündiger Rundgang statt.