PfadnavigationHomeRegionalesHamburgMadsen fordert schnelle Sanierung für Hamburg-FlensburgStand: 04:31 UhrLesedauer: 3 MinutenSchleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) rechnet mit einer Sanierung der Strecke Lübeck-Hamburg im Jahr 2028. (Archivbild)Quelle: Frank Molter/dpaSchleswig-Holsteins Verkehrsminister Madsen begrüßt die Anpassungen der Bahn bei Großbaustellen. Wie sich die Sanierung auf die Infrastruktur auswirken soll und was der CDU-Politiker fordert.Das vielerorts baufällige Bahnnetz strapaziert auch in Schleswig-Holstein die Nerven vieler Pendlerinnen und Pendler sowie Reisender. Nach der Bahnankündigung, ihre Planungen für Generalsanierungen wichtiger Strecken zu überarbeiten, macht Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen Druck: «Mit Blick auf die wichtige Strecke Hamburg-Flensburg bin ich besorgt», sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.Der Zustand der Trasse sei schlecht, die Sanierung der Gleise dürfe nicht auf die lange Bank geschoben werden. «Ich erwarte deshalb, dass die Deutsche Bahn diesen Korridor nach Fertigstellung der Hinterlandanbindung der festen Fehmarnbeltquerung möglichst zeitnah für eine Generalsanierung einplant», sagte Madsen.Der Fehmarnbelttunnel soll ab 2029 die deutsche Ostseeinsel Fehmarn und die dänische Insel Lolland verbinden. Der Bau des 18 Kilometer langen Eisenbahn- und Autotunnels läuft bereits. Doch dieser liegt laut Projektgesellschaft mindestens zwei Jahre hinter dem Zeitplan. Auch Deutschland rechnet damit, dass sich der Bau der Hinterlandanbindung über 2029 hinaus verzögern wird.BahnpläneDer Zustand der Gleise und Weichen wird die Züge in Deutschland wohl noch deutlich länger ausbremsen als zunächst gedacht. Die Bahn will ihre Planungen für Generalsanierungen wichtiger Strecken überarbeiten. Bahnchefin Evelyn Palla rechnet künftig mit zwei, bei besonderen technischen Notwendigkeiten auch drei Generalsanierungen pro Jahr.Das überarbeitete Konzept werde derzeit mit dem Bundesverkehrsministerium abgestimmt und solle bald vorgestellt werden. Genaue Jahreszahlen wollte Palla nicht nennen. Hintergrund sind unter anderem Erfahrungen aus bisherigen Großbaustellen und die Erkenntnis, dass die bislang angestrebte Zahl von vier Generalsanierungen pro Jahr zu hoch angesetzt war.Lübeck-HamburgFür die Strecke Lübeck-Hamburg gibt es bereits konkrete Pläne: Stand jetzt müssen sich Fahrgäste voraussichtlich in knapp zwei Jahren für sechs Monate eine Alternative zur Bahnstrecke suchen. «Ich gehe davon aus, dass die Sanierung der Strecke Hamburg-Lübeck angesichts des erreichten Planungsstands und der vielfältigen Abhängigkeiten im zweiten Halbjahr 2028 stattfinden wird», sagte Madsen.Nach Bahnangaben ist derzeit für Sanierungsarbeiten eine Komplett-Sperrung der Strecke vom 23. Juni bis 8. Dezember 2028 geplant. Es sollen rund 60 Kilometer Gleise und etwa 40 Weichen erneuert werden, sagte ein Bahnsprecher der dpa. Es sollen in der Bauzeit Ersatzbusse fahren. Zu den erwarteten Kosten für die Sanierung macht die Bahn noch keine Angaben.Madsen betonte, er begrüße, «dass die Deutsche Bahn aus den Erfahrungen der bisherigen Korridorsanierungen Konsequenzen zieht und ihre Planung anpasst». Wenn solche Großbaustellen dauerhaft zu einer Verbesserung der Infrastruktur führen sollen, müssten sie gut vorbereitet, realistisch getaktet und verlässlich umgesetzt werden.Nach Bahnangaben sollen die Arbeiten auf der Strecke zwischen Lübeck und Hamburg in der Hochphase des Ausbaus der sogenannten Hinterlandanbindung für den Ostseetunnel zwischen Fehmarn und Dänemark sowie dem Bau der S-Bahnstrecke S4 erfolgen.dpa-infocom GmbH