Wolgast glänzt in der Septembersonne, als Hendrik Wüst am Donnerstagnachmittag an der Peene-Werft steht und Hände schüttelt. Der Ministerpräsident aus Nordrhein-Westfalen spricht über Schiffbau, die Zeitenwende und die Bedeutung der maritimen Wirtschaft. Neben ihm hat sich Daniel Peters positioniert, CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, dazu reiht sich Kandidatin Jeannette von Busse. Und natürlich gibt es ein Fischbrötchen.

Es ist ein Wahlkampf-Nachmittag, wie ihn sich die CDU in Mecklenburg-Vorpommern vermutlich ausgemalt hat: Geschlossenheit, Bodenhaftung und ein Ministerpräsident, der Rückenwind bringen soll. Obendrauf gibt es den eigenen Spitzenkandidaten, der Zuversicht verbreitet. Nur die Zahlen passen nicht so recht ins Bild.

Während Wüst in Vorpommern Wahlkampf an der Peene macht, veröffentlichen gleich zwei Meinungsforschungsinstitute neue Umfragewerte. Und die sind für die Union in MV ein Schlag ins Gesicht. Insa kommt auf sieben Prozent, Infratest dimap ebenfalls auf sieben. Gegenüber der Vorwoche verliert die Partei von Peters damit einen weiteren Punkt. Das wäre das schlechteste Ergebnis der CDU bei einer Landtagswahl in der Geschichte der Bundesrepublik. Der bisherige Tiefpunkt liegt bei neun Prozent, und der stammt aus dem Jahr 1951.