Mainz (dpa) - Der Mainzer Cheftrainer Urs Fischer hat den umstrittenen Jubel seines Stürmers Ransford Königsdörffer beim Duell mit dessen Ex-Verein Hamburger SV verteidigt. „Ich habe für mich überlegt, wie hätte ich gejubelt? Da finde ich: Eigentlich hat er es noch gut gemacht“, sagte Fischer bei der Pressekonferenz vor dem Derby gegen Eintracht Frankfurt an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky).Königsdörffer berichtet von MorddrohungenKönigsdörffer hatte am vergangenen Sonntag bei seiner Rückkehr ins Volksparkstadion den Treffer zum 5:0-Endstand erzielt und anschließend provokant Richtung HSV-Fans gejubelt. Bei seiner Einwechselung in der 68. Minute hatte es schon Pfiffe gegen ihn gegeben. Der Angreifer nannte in einem Interview der „Allgemeinen Zeitung“ Beleidigungen gegen seine Person als Motiv.Hauptgrund sei demnach gewesen, „dass ich ein Jahr lang wöchentlich bis täglich Nachrichten erhalten habe, in denen mir der Tod gewünscht wurde oder jede denkbare Verletzung“, erklärte er weiter. Es seien rassistische Beleidigungen dabei gewesen, „Beleidigungen gegen meinen Cousin, der gestorben ist, gegen meine Eltern. Das war dann einfach auch eine Reaktion darauf.“ Die Beleidigungen seien alle über Social Medien gekommen. Fischer: „Das ist verrückt“Fischer sagte dazu in aller Deutlichkeit: „Das ist Wahnsinn, dass solche Dinge geschehen. Ins Netz kannst du schreiben, was du willst, bist anonym - das ist verrückt.“ Der Schweizer beantwortete Fragen zu dem Thema und sagte anschließend: „Wir müssen das Thema auch mal abhaken. Er hat sich deutlich geäußert, damit sollte die Geschichte aber auch gegessen sein.“Die Mainzer haben vier Punkte aus zwei Spielen geholt und bisher als einziger Bundesliga-Club noch kein Gegentor kassiert. Gegner Eintracht hingegen hat schon sieben Treffer hinnehmen müssen. „Meine Herausforderung ist: Wen bietest du auf? Ich habe etwas Schönes für einen Trainer, nämlich die Qual der Wahl“, sagte Fischer.Einen großen Anteil am starken Auftakt der Mainzer hat laut Frankfurts Cheftrainer Adi Hütter sein Amtskollege. „Er ist seit Dezember 2025 dort und hat die Mannschaft jetzt so geformt, wie er sie haben will“, erklärte der Österreicher. „Sie spielen typischen Urs-Fischer-Fußball. Sie verteidigen gut, haben aber auch in der Offensive Qualitäten.“YouTubeDie SZ-Redaktion hat diesen Artikel mit einem Inhalt von YouTube angereichertUm Ihre Daten zu schützen, wurde er nicht ohne Ihre Zustimmung geladen.Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von YouTube angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an den Betreiber des Portals zur Nutzungsanalyse übermittelt. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie unter sz.de/datenschutz.© dpa-infocom, dpa:260911-930-670819/1