PfadnavigationHomePolitikDeutschlandAfD-AnfrageFast jeder zweite Verdächtige bei Mord und Totschlag in Bayern war nicht-deutschStand: 13:14 UhrLesedauer: 3 MinutenQuelle: Felix Hörhager/dpaMehr Fälle, mehr Tatverdächtige, höherer Ausländeranteil: Nach einer Anfrage im Landtag legt die bayerische Staatsregierung genauere Zahlen zu Tötungsdelikten vor. Die AfD fordert eine genauere Untersuchung.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenDie Zahl der Straftaten in Bayern geht laut Polizeilicher Kriminalstatistik zurück. Doch in einem Bereich zeichnet sich ein gegenläufiger Trend ab: Bei Mord und Totschlag stiegen im vergangenen Jahr sowohl die Fallzahlen als auch die Zahl der Tatverdächtigen, wie auch aus einer Antwort der Bayerischen Staatsregierung auf eine Anfrage der AfD hervorgeht, die WELT vorliegt. Demnach registrierte die Polizei 2025 insgesamt 405 Fälle von Mord und Totschlag. Im Vorjahr waren es 366 gewesen. Das entspricht einem Anstieg um 10,7 Prozent. Die Zahl der Tatverdächtigen erhöhte sich von 408 auf 466.Die AfD hatte am 14. August eine vertiefte Auswertung der vorsätzlichen Tötungsdelikte angefragt. Während die Polizeiliche Kriminalstatistik bereits im März veröffentlicht worden war, erkundigte sich die Fraktion unter anderem nach Staatsangehörigkeiten und Aufenthaltsstatus der Tatverdächtigen. Diese liegt nun vor.Lesen Sie auchVon den 466 Tatverdächtigen besaßen laut Statistik 246 die deutsche und 220 eine nicht-deutsche Staatsangehörigkeit. Der Anteil nicht-deutscher Tatverdächtiger stieg damit von 42,6 auf 47,2 Prozent. Die Zahl der nicht-deutschen Tatverdächtigen nahm binnen eines Jahres von 174 auf 220 zu. Die gesondert ausgewiesene Gruppe der tatverdächtigen Zuwanderer umfasste 88 Personen. Ihr Anteil an allen Tatverdächtigen lag bei 18,9 Prozent. Im Jahr zuvor waren es 18,4 Prozent gewesen.Rumänen und Syrer größte GruppeUnter den nicht-deutschen Tatverdächtigen stellten laut Statistik Rumänen mit 31 Personen die größte Gruppe. Es folgten Syrer mit 27 Tatverdächtigen, Türken mit 18 und Afghanen mit 17.Eine Erklärung für den Anstieg liefert die Staatsregierung nicht. In ihrer Antwort verweist sie auf zahlreiche mögliche Einflussfaktoren wie demografische Entwicklungen, sozioökonomische Bedingungen, soziale und kulturelle Aspekte, Migration sowie Urbanisierung. Empirische Studien zu den Ursachen des Anstiegs lägen jedoch nicht vor. Von Spekulationen oder Hypothesen sehe die Staatsregierung deshalb ab. Laut Statistischem Bundesamt lebten zudem im Jahr 2025 rund 2,4 Millionen nicht-deutsche Menschen in Bayern. Das entspricht einem Anteil von knapp 18 Prozent an der Gesamtbevölkerung Bayerns. Die Antwort der Staatsregierung enthält auch Angaben zu den Opfern. Demnach standen die meisten von ihnen bereits vor der Tat in einer persönlichen Beziehung zum Tatverdächtigen. Von insgesamt 490 erfassten Opfern entfielen 166 auf den Bereich Familie oder Partnerschaft, weitere 166 auf sonstige persönliche Beziehungen. Angaben zur Staatsangehörigkeit der Opfer wurden jedoch nicht gemacht. Lesen Sie auchZugleich hatte die Staatsregierung betont, dass die Kriminalitätsentwicklung insgesamt in eine andere Richtung verlaufe. Die Zahl der registrierten Straftaten sank 2025 laut Polizeilicher Kriminalstatistik um 4,8 Prozent. Auch die Gewaltkriminalität ging um 4,5 Prozent zurück. Zudem weist das Innenministerium darauf hin, dass die Fallzahlen in der übergeordneten Deliktsgruppe „Straftaten gegen das Leben“, zu der neben Mord und Totschlag auch weitere Delikte zählen, im vergangenen Jahr insgesamt um 2,4 Prozent gesunken seien.AfD fordert Untersuchung – und Nennung von MehrfachstaatsangehörigkeitenDer AfD-Abgeordnete Jörg Baumann sieht dennoch weiteren Aufklärungsbedarf. Angesichts des Anstiegs der Tötungsdelikte fordert er eine wissenschaftliche Untersuchung der Ursachen. „Die Staatsregierung nennt Migration selbst als möglichen Einflussfaktor, lehnt eine nähere Untersuchung aber ab. Das passt nicht zusammen“, teilte Baumann WELT mit. Außerdem fordert er die Erfassung von Mehrfachstaatsangehörigkeiten. „Wer neben der deutschen noch eine weitere Staatsangehörigkeit besitzt, taucht in der Kriminalstatistik bislang nur als Deutscher auf. Nordrhein-Westfalen weist Mehrfachstaatsangehörigkeiten seit vergangenem Jahr gesondert aus, unter einem CDU-Innenminister. Was Düsseldorf kann, kann München auch.“ Das müsse bundesweit einheitlich durchgesetzt werden. Vor allem aber fordere die AfD Konsequenzen bei Abschiebungen. „Wer als Ausländer wegen Straftaten verurteilt wird, hat sein Bleiberecht verwirkt. Schutzstatus widerrufen, ausweisen, abschieben, auch nach Syrien und Afghanistan, und zwar in relevanter Größenordnung. Für EU-Bürger muss gelten: Wer Straftaten begeht, verliert sein Freizügigkeitsrecht.“kami
AfD-Anfrage: Fast jeder zweite Verdächtige bei Mord und Totschlag in Bayern war nicht-deutsch - WELT
Mehr Fälle, mehr Tatverdächtige, höherer Ausländeranteil: Nach einer Anfrage im Landtag legt die bayerische Staatsregierung genauere Zahlen zu Tötungsdelikten vor. Die AfD fordert eine genauere Untersuchung.







