Alle Jahre wieder im September ist die Berlin Art Week, nun zum 15. Male, Brennpunkt für Leute, für die Kunst ein Lebensmittel ist. In Zeiten wie diesen, krisengeschüttelt, verstörend zerrissen und aller Gewissheiten ledig, ist Kunst, wie einer der Top-Ten-Maler der Welt; der Kölner Gerhard Richter sagt: „die höchste Form der Hoffnung“.

Die Berlin Art Week trotzt fatalen politischen Gemengelagen und Sparzwängen, die Macher investieren ungeheure Kreativität. Und die vor 80 Jahren gegründete Berliner Volksbank, die größte regionale Genossenschaftsbank Deutschlands, ermöglicht das magnetische Ereignis abermals als Hauptsponsor. Die Berlin Art Week ist in ihrem 15. Jahr ein Gradmesser dafür, wie eng sich die Institutionen, Galerien und die freie Szene mit ihren Projekträumen mittlerweile verzahnen. Sichtbarstes Zeichen ist der Berlin-Art-Week-Garten, der zum Jubiläum am Kulturforum campiert: fünf Tage Workshops, Gespräche und Filmabende kostenlos und unter freiem Himmel. Und zum Finale am Sonntag gibt es den „Tag im Grünen“ mit der Bürgertafel.

Nebenan in der Neuen Nationalgalerie, wo schon die Sensationsschau „Night“ des italienischen Kunst-Eulenspiegels Maurizio Cattelan begann, gibt es „Perform!“. BE-Künstler Ersan Mondtag und Nadim Samman führen in der Gemäldegalerie zwischen Cranach und Rembrandt durch lebende Bildgestalten den „Reigen“ des ewigen Werdens und Vergehens auf.