Razzia von Europol: Rennpferde zu Snacks verarbeitet?Händler sollen alte Rennpferde mit gefälschten Papieren als Schlachtpferde verkauft haben. Verbotenerweise soll das für menschlichen Konsum ungeeignete Fleisch so in die Läden geraten sein.10.09.2026, 18.44 Uhr2 LeseminutenDieses Pferd rannte am Sonntag noch und ist daher zum Glück nur ein Symbolbild für die im Text erwähnten geschlachteten Rennpferde.Arc101/AP(dpa) Europol ist in vier Ländern gegen illegale Pferdehändler vorgegangen. Sie sollen Tausende ausgemusterte Rennpferde mit falschen Papieren versehen und als Schlachtpferde verkauft haben. Der Verdacht bestehe, dass die nicht für den menschlichen Konsum bestimmten Pferde illegal zu Fleischprodukten verarbeitet worden seien, teilte die europäische Polizeiorganisation in Den Haag mit. An der Polizeiaktion waren 200 Ermittler in Irland, Frankreich, den Niederlanden sowie in Belgien beteiligt, wo die Federführung der Ermittlungen lag.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Wie die belgische Staatsanwaltschaft in Dendermonde mitteilte, ist es den Händlern darum gegangen, die ausgedienten Rennpferde, die häufig Medikamente erhalten hatten und deswegen nicht für den menschlichen Konsum freigegeben sind, mit gefälschten Mikrochips und Unterlagen dennoch zu Schlachtpferden zu deklarieren. Ein zuvor wertloses Pferd habe auf diesem Weg einen Handelswert von 1000 bis 1500 Euro erhalten. Bei Durchsuchungen seien mehr als 1000 Pferde überprüft und grösstenteils beschlagnahmt worden. Auch das Schicksal weiterer Pferde werde überprüft. In Belgien wurden mehr als 100 000 Euro Bargeld beschlagnahmt und drei Verdächtige festgenommen.Alte Pferde zu Fleischbällchen und Kroketten verarbeitet?Nach Angaben der niederländischen Tierschutzorganisation House of Animals soll es sich insbesondere um ausgemusterte Rennpferde aus Grossbritannien und Irland gehandelt haben, die unter erbärmlichen Bedingungen in andere europäische Länder transportiert worden und dort in Schlachthäusern gelandet seien. In den Niederlanden soll das Pferdefleisch laut Tierschützern zu Snacks wie Fleischbällchen und Kroketten verarbeitet und über den Grosshandel vertrieben worden sein.Bereits 2023 hatte ein Gericht in Marseille in einem Prozess um nicht für den Verkehr geeignetes Pferdefleisch fünfzehn Beteiligte aus Frankreich, Belgien und den Niederlanden zu Strafen zwischen acht Monaten und vier Jahren Haft verurteilt. Ausserdem wurden hohe Geldstrafen verhängt. Wie auch nun wurde das Fleisch unter Nutzung gefälschter Pferdepässe, Stempel und anderer manipulierter Dokumente in Umlauf gebracht. Als Haupttäter machte das Gericht je einen Pferdegrosshändler aus Belgien und den Niederlanden aus.Passend zum Artikel
Europol deckt Skandal auf: Alte Rennpferde als Fleischbällchen verarbeitet
Händler sollen alte Rennpferde mit gefälschten Papieren als Schlachtpferde verkauft haben. Verbotenerweise soll das für menschlichen Konsum ungeeignete Fleisch so in die Läden geraten sein.








