Jahrelang soll ein 39-Jähriger seine damalige Partnerin sediert, vergewaltigt und Videos davon verbreitet haben. Jetzt ist der Prozess gestartet.

Der Angeklagte schweigt vor Gericht. Das Videomaterial belastet ihn schwer

Michael Matthey/dpa

Eine knappe Stunde dauert es, bis die Staatsanwältin am Donnerstag die Anklageschrift gegen den 39-Jährigen verlesen hat. 103 Fälle werden ihm zur Last gelegt, sie werden alle kurz beschrieben. Er soll seine damalige Lebensgefährtin von November 2021 bis März 2026 immer wieder mit Ketamin und dem Schlafmittel Zolpidem betäubt und sich sexuell an ihr vergangen haben. Einmal in einem Hotel, sonst immer in der gemeinsamen Wohnung.

Und er soll die Übergriffe aufgenommen haben, die Filme, GIFs und Fotos in einschlägigen Chat-Gruppen geteilt und auf Pornoseiten hochgeladen haben. Er soll sich, so schildert es später einer der Ermittler in seiner Zeugenaussage, mit anderen Männern in Chats etwa darüber ausgetauscht haben, wie man sich an einer sedierten Frau so vergeht, dass man möglichst keine Spuren hinterlässt.