Startseite
Unternehmen
IT
iPhone Duo: Wie viel Luxus verträgt das iPhone? Unter dem neuen Chef John Ternus startet Apple ins Foldable-Zeitalter – und verlangt dafür saftige Preise. Was die Kunden ertragen und wo das Risiko für den Konzern liegt.
John Ternus, der neue Apple-Chef, stellt im Apple Park in Cupertino die neuesten Produkte des Unternehmens vor. Foto: IMAGO/ZUMA PressImmerhin durfte der neue Chef gleich bei der Premiere die bei Apple fast heilige Redewendung bemühen, mit der Firmengründer Steve Jobs einst sein Publikum elektrisierte: „One more thing.“John Ternus Apples neuer Chef blieb im Großraum sitzen, als das Eckbüro frei wurde John Ternus übernimmt als Apple-Chef von Tim Cook. Was nach dem Amtsantritt von ihm zu erwarten ist und worin das größte Risiko für den iPhone-Konzern liegt. von Matthias HohenseeMindestens 2299 Euro: Faltbares iPhone Duo als Einstieg in die LuxusklasseDiesmal war der Satz gerechtfertigt. Ternus zeigte das iPhone Duo, Apples erstes faltbares Smartphone, eine neue Produktkategorie für die Kalifornier. Aufgeklappt misst das Display 7,6 Zoll. Zusammengeklappt ist das Gerät etwa so groß wie ein Reisepass. Es kommt am 23. Oktober in den Handel und kostet in Deutschland mindestens 2299 Euro. Apple geht damit endlich in eine Produktkategorie, auf die manche Fans seit Jahren warten. Und zunehmend neidisch auf die Android-Konkurrenz von Samsung, Huawei oder Xiaomi schielten.Apple kann ironischerweise von der jahrelangen Innovation seines Komponentenzulieferers Samsung profitieren, der das Segment kommerziell begründet hat. Der verlangt für sein Galaxy Z Fold 8 in Deutschland 1999 Euro, für das Fold 8 Ultra 2199 Euro.Apple legt noch einmal 100 Euro drauf. Dennoch dürfte das Duo rasch Marktanteile erobern. Die Marktforscher von IDC trauen dem Konzern aus Cupertino im kommenden Jahr rund 40 Prozent des weltweiten Foldable-Geschäfts zu, was vor allem an der angestauten Nachfrage bei Apple-Fans liegt. Noch muss sich zeigen, ob es Apple gelingt, den Vorteil aus eigenem Betriebssystem und eigener Hardware auszuspielen. Doch die Vorzeichen dafür sind gut – das Segment selbst ist zwar klein. Doch während der globale Smartphoneabsatz 2026 laut IDC um fast 17 Prozent einbrechen dürfte, sollen die faltbaren Handys weiter zulegen. Langjährige Beobachter wie Dan Ives sind angenehm vom Duo überrascht. „Ich glaube, dass zwischen 15 und 20 Prozent der Käufer von iPhones Pro dazu greifen könnten“, schätzt er.Das hilft Ternus, der wie sein Vorgänger von der Wall Street daran gemessen wird, wie sich der Umsatz von Apple entwickelt. Der hängt sehr stark an seinem Bestseller, dem iPhone. Doch das iPhone-Geschäft leidet wie die Konkurrenz seit Jahren an der Sättigung des Marktes.Das iPhone Duo, das erste aufklappbare Smartphone von Apple. Foto: Andrej Sokolow/dpaWer ein leistungsfähiges Smartphone besitzt, tauscht es immer später aus. Apple begegnet dem mit einem bewährten Rezept: höhere Preise, was mehr Umsatz pro Käufer bedingt. Und zumindest in den USA mit einer Art Leasing-Modell, das von Klarna offeriert wird und wegen der Rückgabe des Geräts am Ende des Vertrags den Schmerz des Preises dämpft.Unter Ternus werden die Preise jetzt nochmals angezogen. Das iPhone 18 Pro kostet in den USA – ohne Mehrwertsteuer – mindestens 1199 Dollar, 100 Dollar mehr als der Vorgänger. In Deutschland steigt der Einstiegspreis von 1299 auf 1449 Euro, ein Plus von knapp zwölf Prozent, hier allerdings mit Mehrwertsteuer. Das Pro Max verteuert sich von 1449 auf 1599 Euro. Selbst das ein Jahr alte iPhone 17 führt Apple in seiner neuen Preisliste nun ab 1099 Euro. Zum Start hatte es 949 Euro gekostet.Apple gibt die Preise für Speicherchips weiterDer Hauptgrund ist der KI-Boom. Rechenzentren verschlingen gewaltige Mengen an Speicherchips, und Hersteller wie Samsung und Micron verlagern ihre Kapazitäten in lukrativere Serverprodukte. Die Preise für Speicher sind deshalb zwischen 10 und 20 Prozent gestiegen.Apple handelt dank seiner Einkaufsmacht normalerweise bessere Konditionen aus als fast jeder Konkurrent. Diesmal hilft das nur begrenzt. Im Geschäftsjahr 2025 setzte der Konzern mit dem iPhone 209,6 Milliarden Dollar um. Das Wachstum ist vor allem auf höhere Verkäufe der Pro-Modelle zurückzuführen.Nach dem Kurssturz Zwei Hoffnungsträger für die Apple-Aktie Trotz des besten Juni-Quartals der Firmengeschichte bricht die Apple-Aktie drastisch ein. Neue Fantasie verspricht unter anderem ein Smartphone, über das seit Jahren spekuliert wird. von Matthias HohenseeIm jüngsten Juni-Quartal erreichte der iPhone-Umsatz deshalb einen Rekord. Der Griff zu hochpreisigeren Geräten liegt im Trend. Nach Zahlen der Marktanalysten von Counterpoint entfielen im ersten Halbjahr 29 Prozent aller verkauften Smartphones auf das Premiumsegment. Apple hielt dort 65 Prozent.Das 2299 Euro teure Duo hebt den durchschnittlichen Verkaufspreis zusätzlich an. IDC rechnet für 2026 trotz massiv sinkender Stückzahlen bei Smartphones mit einem Anstieg des Marktwerts um mehr als sechs Prozent. Das Wachstum kommt so mehr und mehr nicht mehr aus der Masse, sondern aus dem Premiumsegment.Hinzu kommt ein Trick bei der Terminplanung. Erstmals bringt Apple im Herbst ausschließlich die teuren Pro-Modelle und das Duo auf den Markt. Das normale iPhone 18 wird voraussichtlich erst im Frühjahr folgen. Wer im Weihnachtsgeschäft das Neueste will, landet also automatisch bei den margenstärksten Geräten.Lohnt sich das Upgrade auf das iPhone 18 Pro?Für deutsche Käufer stellt sich die Frage, ob sie mitziehen sollten. Wer ein iPhone 16 Pro oder ein älteres Modell besitzt, bekommt mit dem iPhone 18 Pro spürbare Fortschritte. Der neue A20-Pro-Chip verspricht bis zu 40 Prozent mehr Grafikleistung als sein Vorgänger. Die Hauptkamera erhält erstmals eine variable Blende, die sich je nach Licht und gewünschter Tiefenschärfe anpassen lässt. Dazu kommen längere Akkulaufzeit und schnelleres Laden. Die neue Siri‑KI ist für deutsche iPhone-Käufer vorerst kein Kaufargument. Apple bietet sie in der EU auf iPhones zunächst nicht an.Apple WWDC 2026 Siri ist nicht die beste KI – aber vielleicht die nützlichste Mit einer neuen Siri-Version will Apple seinen Rückstand bei Künstlicher Intelligenz aufholen. Experten zeigen sich wenig beeindruckt – und glauben dennoch an Apples KI-Erfolg. von Alana DiderichsFür Besitzer eines iPhone 17 Pro oder Pro Max fällt die Bilanz nüchterner aus. Das Vorjahresmodell hat bereits drei 48-Megapixel-Kameras, einen schnellen A19 Pro und eine relativ gute Akkulaufzeit. Den Geschwindigkeitszuwachs werden die meisten Nutzer im Alltag kaum bemerken. Die variable Blende ist für ambitionierte Fotografen reizvoll, aber sie rechtfertigt allein kaum 1449 oder 1599 Euro. Diese Generation lässt sich also überspringen, wenn man der Verlockung widerstehen kann, immer das Neueste haben zu müssen. Zumal im nächsten Jahr das iPhone 20 Jahre alt wird und Beobachter ein ganz besonderes Modell zum Jubiläum erwarten.Wo die Schmerzgrenze der Apple-Kunden liegtDarin liegt Apples Risiko. Der Konzern kann höhere Preise durchsetzen, solange genug Kunden den Aufschlag schlucken oder gleich zu noch teureren Modellen greifen.Bislang hat das immer gut geklappt. Die Nutzerbasis von Apple ist riesig und die Loyalität der Kunden hoch. Nun testet Ternus, wie weit sich die Schraube beim Apple-Publikum drehen lässt. Das ist zwar hohe Preise gewohnt und in der Regel etwas besser betucht, leidet aber ebenfalls unter der steigenden Inflation. Analyst Ives hält den Preisaufschlag für vertretbar. „Apple hätte wahrscheinlich noch etwas mehr verlangen können“, sagt er.Auf Dauer allerdings trägt die Hochpreisstrategie nur, wenn neue Geräte mehr bieten als schnellere Chips und bessere Kameras. Das Duo tut das. Es verändert tatsächlich die Art, wie man das Telefon benutzt. Beim iPhone 18 Pro ist der Sprung kleiner. Für Apple dürfte er allerdings reichen, um den Umsatz vorerst zu steigern. Für Besitzer eines gerade ein Jahr alten Pro-Modells ist die klügere Entscheidung, lieber noch ein Jahr zu warten. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick










