Es passiert im Fußball höchst selten, dass ein Karrierehöhepunkt auch gleichzeitig der Tiefpunkt ist. Im Normalfall liegen dazwischen Jahre, eine Entwicklung in die eine oder andere Richtung, Wellentäler, die man als Profisportler durchlebt. Loris Karius hat erlebt, was es heißt, innerhalb von 90 Minuten vom Helden zum Sündenbock zu werden.
Zwei Patzer im Champions-League-Finale
Rückblick: Am 26. Mai 2018 stand Karius, damals 24 Jahre alt, mit dem FC Liverpool im Champions-League-Finale gegen Real Madrid. Im Saisonverlauf hatte er zuvor die etatmäßige Nummer eins, Simon Mignolet, auf die Bank verdrängt. Das Spiel in Kiew sollte die Krönung werden, der größtmögliche Titel im europäischen Vereinsfußball war zum Greifen nah. Gar als Kandidat für die Nationalmannschaft war er in den Wochen und Monaten zuvor gehandelt worden, obwohl für die anstehende Weltmeisterschaft in Russland mit Manuel Neuer, Marc-André ter Stegen und Kevin Trapp eigentlich drei Top-Torhüter zur Verfügung standen.Als es an besagtem Abend mit einem torlosen Remis in die Halbzeit ging, konnte noch niemand ahnen, welche Dramaturgie der Spielverlauf nach der Pause bereithalten würde. Zwei schlimme Fehler unterliefen Karius, erst gegen Karim Benzema, dann gegen Gareth Bale. Liverpool verlor mit 1:3 und Karius’ Karriere, die vorher so steil nach oben verlaufen war, geriet völlig aus der Bahn. Keiner seiner Mitspieler und auch nicht Trainer Jürgen Klopp wollten ihn an den Pranger stellen, die Niederlage blieb trotzdem ganz eng mit seinem Namen verbunden.













