PfadnavigationHomePolitikDeutschlandEhemaliger Außenminister„Ich gehe nicht davon aus, dass die Nato überlebt“, sagt Joschka FischerStand: 13:14 UhrLesedauer: 2 MinutenJoschka FischerQuelle: Fabian Sommer/dpaEuropa muss sich auf eine neue Sicherheitsordnung einstellen, sagt Joschka Fischer. Er halte ein Ende der Nato für möglich. Zugleich warnt er eindringlich vor einem weiteren politischen Rechtsruck.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenDer frühere Außenminister Joschka Fischer erwartet ein Ende der Nato. „Ich gehe nicht davon aus, dass die Nato überlebt“, sagte Fischer in der aktuellen Ausgabe der „Zeit“. „Die Nato als transatlantisches Sicherheitsbündnis wird nicht bestehen bleiben, fürchte ich. Aber die Nato als militärisches Bündnis für Europa, vielleicht mit Kanada, mit Großbritannien – das aufzugeben, wäre ein großer Fehler. Man muss auch defensive Kämpfe führen, mit aller Kraft, dann und wann“, sagte der ehemalige Vizekanzler von den Grünen. Aus dem Vertrauensverlust, den die transatlantischen Beziehungen in der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump erlebt hätten, müsse Europa Konsequenzen ziehen, so Fischer: „Wenn Europa stärker wird, auch machtpolitisch stärker, militärisch stärker, dann wird ein anderes Verhältnis entstehen. Die Situation der Nachkriegszeit mit der Hyperdominanz der USA im Nato-Raum ist vorbei. Wir müssen in der Lage sein, uns selbst zu verteidigen.“Lesen Sie auchZur AfD sagte Fischer: „Für mich ist die AfD mehr als eine politische Herausforderung – das ist eine emotionale Herausforderung. Soll denn dieser ganze Müll, den ich die Ehre hatte, in den 1950er-, 1960er-Jahren, soll denn dieses kalte, enge, rassistische, nationalistische Deutschland wiederkommen? Das wäre eine Katastrophe.“In Sachsen-Anhalt gehe es um „unsere Identität“. „Bleiben wir ein europäisches, westorientiertes Land, eine offene Demokratie?“ Die Antwort auf diese Frage hänge davon ab, „wie hart der Kampf um die Seele Deutschlands geführt wird. Ich bin jedenfalls nicht bereit, die Fahne einzurollen.“ Kämpfen heiße in diesem Fall „nicht zurückweichen, auch unter schwierigsten Bedingungen“. Auch im Hinblick auf die Präsidentschaftswahl in Frankreich im kommenden Jahr sehe es „düster“ aus. „Wir müssen an dem europäischen Projekt, wir müssen an der gemeinsamen Sicherheit trotz Trump festhalten. Und wir müssen an den Grundwerten unserer Demokratie festhalten“, sagte Fischer. nw
Joschka Fischer: „Ich gehe nicht davon aus, dass die Nato überlebt“, sagt der ehemalige Außenminister - WELT
Europa muss sich auf eine neue Sicherheitsordnung einstellen, sagt Joschka Fischer. Er halte ein Ende der Nato für möglich. Zugleich warnt er eindringlich vor einem weiteren politischen Rechtsruck.







