Hier können Sie die Folge direkt hören:Abonnieren Sie den Podcast unter anderem bei Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music oder direkt per RSS-Feed.Hier bekommen Sie schon einen kurzen Einblick in den Inhalt der Folge:Was bedeutet Suizidprävention eigentlich? Warum haben viele Menschen mit Suizidgedanken nicht automatisch eine Suizidabsicht? Und welche Rolle spielen schwere Lebenskrisen dabei? In der aktuellen Folge von „Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ geht es um Suizidprävention, den Unterschied zwischen Suizidgedanken und suizidalem Verhalten und die Frage, warum es wichtig sein kann, in einer Krise Zeit zu gewinnen. Zu Gast ist die Psychiaterin und Suizidologin Prof. Dr. Ute Lewitzka, Hochschullehrerin für Suizidologie an der Goethe-Universität in Frankfurt.Warum es bei Suizidprävention vor allem darum geht, Zeit zu gewinnenSuizidprävention umfasst alle Maßnahmen, die dazu beitragen sollen, Suizide zu verhindern. Bei Menschen, die sich in einer schweren Krise befinden, geht es dabei vor allem darum, Zeit zu gewinnen. Denn eine Situation, die im Moment vollkommen ausweglos erscheint, kann sich mit Unterstützung und Begleitung wieder verändern. Nicht immer lässt sich von außen erkennen, wie schlecht es einem Menschen tatsächlich geht. Gerade deshalb kommt Angehörigen und Freunden eine wichtige Rolle zu. Sie können Veränderungen wahrnehmen, nachfragen und den Kontakt halten, wenn sich jemand zurückzieht. Dabei gibt es nicht das eine Warnzeichen, an dem sich eine Suizidgefahr sicher erkennen lässt. Häufig sind es vielmehr Veränderungen im Verhalten, die aufmerksam machen können: ein plötzlich verändertes Schlafverhalten, starke Reizbarkeit oder ein deutlicher Rückzug. Auch wenn jemand sein Äußeres vernachlässigt oder Dinge aufgibt, die ihm zuvor wichtig waren, kann das ein Anlass sein, genauer hinzuschauen. Warum man direkt nach Suizidgedanken fragen darfNoch immer hält sich der Mythos, dass man einem Menschen Suizidgedanken erst durch eine entsprechende Frage nahebringen könnte. Das stimmt nicht. Wer direkt nach solchen Gedanken fragt, löst sie dadurch nicht aus. Für Menschen in einer Krise kann es sogar entlastend sein, wenn jemand den Mut hat, das Thema offen anzusprechen. Angehörige können zunächst schildern, was ihnen aufgefallen ist: dass sich der andere verändert hat, sich zurückzieht oder besonders belastet wirkt. Anschließend kann auch die direkte Frage folgen, ob die Person Gedanken daran hat, nicht mehr leben zu wollen. Wenn jemand dies bejaht, können Angehörige weiterfragen, wie häufig solche Gedanken auftreten und wie belastend sie sind. Auch die Frage, ob es bereits konkrete Vorstellungen gibt, kann wichtig sein, um die Situation einzuschätzen. Dabei geht es nicht darum, selbst eine Diagnose zu stellen. Vielmehr soll die betroffene Person spüren, dass sie mit ihren Gedanken nicht allein bleiben muss. Wie Angehörige helfen können und wann professionelle Hilfe nötig istMenschen in einer schweren Krise fehlt häufig die Kraft, selbst nach Unterstützung zu suchen. Praxen anzurufen, Termine zu vereinbaren oder sich mit langen Wartezeiten auseinanderzusetzen, kann dann bereits eine große Hürde sein. Angehörige können deshalb ganz praktisch helfen: gemeinsam nach einer geeigneten Anlaufstelle suchen, einen Termin vereinbaren oder – wenn die betroffene Person einverstanden ist – den ersten Anruf übernehmen. Nicht jede Krise bedeutet automatisch, dass sofort eine Psychotherapie oder psychiatrische Behandlung notwendig ist. Auch schwere Lebenskrisen können mit Suizidgedanken einhergehen, ohne dass zwangsläufig eine psychische Erkrankung vorliegt. Niedrigschwellige Beratungsangebote können deshalb eine wichtige erste Anlaufstelle sein. Für Menschen unter 25 Jahren gibt es beispielsweise die anonyme Onlineberatung U25, für Erwachsene ab 26 Jahren die Onlineberatung MANO. Bei unmittelbarer Suizidgefahr sind solche Angebote jedoch nicht ausreichend. Dann muss sofort professionelle Notfallhilfe eingeschaltet werden.Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI aus dem Transkript unseres Wissenschaftspodcasts erstellt.„Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ ist der Wissenschafts-Podcast von WELT. Darin klären wir, was es mit weitverbreiteten Mythen auf sich hat. Und welche Sie davon wirklich glauben können. Lindert ein Konterbier den Kater? Und härtet kaltes Duschen ab? Was stimmt wirklich – und was nicht? Wir gehen außerdem psychologischen Phänomenen auf den Grund: Der Angst, etwas zu verpassen zum Beispiel. Oder der Frage: Warum wir im Schlaf reden? Um all diese Fragen zu beantworten, sprechen wir mit Expertinnen und Experten, die uns helfen, die Welt noch besser zu verstehen. Faktenbasiert und auf dem aktuellen Stand der Forschung – und das alles in nur zehn Minuten. „Aha! Zehn Minuten Alltags-Wissen“ erscheint immer dienstags, mittwochs und donnerstags ab 5 Uhr. Wir freuen uns über Feedback an wissen@welt.de.