San Francisco. Für den wichtigsten Moment seiner ersten Keynote borgte sich der neue Chef John Ternus einen Satz von Steve Jobs. „There is one more thing“, sagte der neue Apple-Chef am Mittwoch in Cupertino. „Ein neues Ding“ – die Formel, mit der Firmengründer Jobs einst seine größten Überraschungen ankündigte.Dann zeigte Ternus das Gerät, auf das die Branche seit Jahren wartet: das iPhone Duo, Apples erstes faltbares Telefon. Zusammengeklappt so groß wie ein Reisepass, aufgeklappt das dünnste iPhone aller Zeiten – mit dem größten Bildschirm, den der Konzern je in ein Telefon gebaut hat.Ternus verband die Premiere mit einer Spitze gegen die Konkurrenz. Bisherige Faltgeräte fühlten sich an „wie zwei Telefone, die unbeholfen aneinandergeklebt wurden“, sagte er – mit quadratischen Bildschirmen, auf denen Filme zwischen schwarzen Balken verschwinden.Das bisher teuerste iPhone-ModellApples Version: Der innere Bildschirm misst 7,6 Zoll und bietet 50 Prozent mehr Fläche als das neue Pro Max, außen sitzt ein 5,4-Zoll-Display. Der Rahmen besteht aus Titan, die Frontkamera verschwindet erstmals bei einem iPhone hinter dem Bildschirm. Und der Fingerabdrucksensor Touch ID kehrt zurück, im Seitenknopf – damit sich das Gerät auf- wie zugeklappt gleich entsperren lässt.John Ternus Der neue Apple-Chef wettet gegen die Konkurrenz – und knüpft das Schicksal des Konzerns an ein Produkt Es ist das teuerste iPhone aller Zeiten – und trotzdem eine Überraschung. In den USA kostet das Duo 1999 Dollar, rund 500 Dollar weniger, als es etwa der Marktforscher IDC erwartet hatte. Das ist umso bemerkenswerter angesichts der steigenden Preise für Speicherchips, die sich seit Ende 2025 vervierfacht haben. Nun schluckt der Konzern einen Teil der Mehrkosten offenbar selbst. In Deutschland kostet die einfachste Version des Duo mindestens 2299 Euro – fast doppelt so viel wie der bisherige iPhone-Durchschnittspreis, den IDC auf rund 1200 Dollar beziffert.iPhone Duo: Die Nachfrage nach faltbaren Smartphones war zuletzt zurückgegangen. Foto: AppleDie Preisdecke hatte Apple zuletzt 2017 durchbrochen: Damals verlangte der Konzern für das iPhone X erstmals 999 Dollar – und die Kunden zahlten. Zum Vergleich: Samsungs Galaxy Z Fold 8 startet in Deutschland bei 1999 Euro, die Ultra-Version bei 2199 Euro.„Das Duo liegt 700 Dollar über dem Pro Max – aber es ist günstiger, als manche Beobachter befürchtet hatten“, sagte Ben Wood, Chefanalyst des britischen Marktforschers CCS Insight. Vorbestellungen starten am 16. Oktober, der Verkauf am 23. Oktober, fünf Wochen nach den Pro-Modellen.Schwieriger MarktApple betritt mit dem iPhone Duo einen Markt, der an Schwung verliert. Im ersten Halbjahr 2026 sanken die weltweiten Auslieferungen faltbarer Smartphones IDC-Daten zufolge um 15 Prozent. Sieben Jahre nach dem ersten Galaxy Fold des südkoreanischen Konkurrenten Samsung bleibt die Kategorie eine Nische. Die Geräte sind vielen Kunden zu groß – und zu teuer. Der Marktführer sitzt in Shenzhen: Der chinesische Technologiekonzern Huawei liefert jedes zweite Faltgerät weltweit aus, in China sogar vier von fünf.iPhone Duo: Der Rahmen besteht aus Titan, die Frontkamera verschwindet hinter dem Bildschirm. Foto: Getty Images via AFPDie Konkurrenz aus der Volksrepublik konterte schon vor dem Event. Anfang der Woche stellte Huawei in Guangzhou das Mate XT2 vor, die dritte Generation seines dreifach faltbaren Geräts, für umgerechnet rund 3000 Dollar.Fast zeitgleich zeigte der Elektronikkonzern Xiaomi, nach Stückzahlen die Nummer drei im Weltmarkt, sein erstes Faltgerät im Buchformat. Ein Zufall sei das nicht, sagte IDC-Analyst Francisco Jeronimo: Die Anbieter wollten sicherstellen, dass ihre Geräte in den Läden liegen, wenn Apples Produkt startet – damit die Kunden vergleichen können.Trotzdem rechnet Jeronimo mit einem Erfolg: zehn Millionen verkaufte Falt-iPhones und 27 Milliarden Dollar Umsatz in den ersten zwölf Monaten – schon 2027 wäre Apple damit Marktführer. Die Verkäufe der Android-Faltgeräte schrumpfen nach der IDC-Prognose in diesem Jahr sogar zweistellig; erst Apples Einstieg bringe die Kategorie zurück auf Wachstum. „Das Segment braucht kein weiteres Android-Premiumgerät“, sagte Jeronimo. „Es braucht ein faltbares iPhone.“Apple Preisexplosion bei Speicherchips – kostet das iPhone bald 350 Dollar mehr? Neben dem Faltgerät frischte Apple seine Topmodelle auf. Das iPhone 18 Pro und das größere Pro Max behalten die vertraute Form. Apple baut die bewährte Plattform nicht um, sondern rüstet gezielt nach. Die neuen Modelle erhalten den bislang stärksten Chip, die längste Akkulaufzeit der Modellgeschichte und das nach Apple-Angaben größte Kamera-Update seit Jahren.Der Lohn: Das Pro Max schafft laut Apple 45 Stunden Videowiedergabe, Bestwert der Modellgeschichte, und lädt in rund 15 Minuten zur Hälfte auf. Neu ist die Farbpalette mit einem hellen „Glacier“ und einem dunklen Burgunderrot; das Gehäuse kombiniert nun farblich abgestimmtes Aluminium mit einer Glasrückseite.Bemerkenswert ist das Funkmodem C2 aus eigener Entwicklung – bislang eine Domäne des US-Chipkonzerns Qualcomm. „Vor wenigen Jahren war schwer vorstellbar, wie Apple mit Rivalen wie Qualcomm konkurrieren könnte“, sagt Ben Wood, Chefanalyst bei CCS Insight. „Jetzt macht der Konzern erkennbare Fortschritte.“Teurer wird es auch bei Modellen unterhalb des Faltgeräts. Das iPhone 18 Pro startet bei 1199 Dollar, das Pro Max bei 1299 Dollar – jeweils 100 Dollar mehr als beim Vorgänger. In Deutschland kostet das iPhone 18 Pro mindestens 1449 Euro, das Pro Max 1599 Euro, jeweils inklusive Mehrwertsteuer.Erstmals gibt es eine Speicherstufe mit zwei Terabyte. Vorbestellungen starten am Samstag. „Die Verbraucher können erleichtert sein, dass Apple die Preise nur um 100 Dollar angehoben hat“, sagt Wood. „Es gab Spekulationen, dass der Aufschlag noch größer ausfallen könnte.“Steve-Jobs-Theater im Apple Park: Apple-Chef John Ternus stellte auch neue Airpods vor. Foto: AP Photo/Jeff ChiuDie runderneuerte Sprachsteuerung Siri, die bereits im Juni angekündigt worden war, bekam am Mittwoch ebenfalls ihren großen Auftritt. Die KI-Assistentin durchsucht künftig E-Mails und Nachrichten nach persönlichem Kontext, steuert nach Apple-Angaben mehr als 300.000 Apps und erhält eine eigene App auf dem Startbildschirm.Der Haken für hiesige Nutzer: Siri AI startet einstweilen als Beta nur auf Englisch. Wann Befehle auf Deutsch verstanden werden, blieb einstweilen offen. Apple hatte den Start der neuen Siri zuvor mehrmals verschieben müssen.Chipkonzern Qualcomm-Chef: „Manche Smartphones sind derzeit unbezahlbar" Bei einer weiteren Neuerung sind deutsche Kunden indes früher dran: Mit „iPhone Handoff“ lässt sich eine Rufnummer künftig auf zwei iPhones nutzen – aktiv ist sie jeweils auf dem Gerät, das man gerade in die Hand nimmt. Startpartner sind T-Mobile in den USA und die Deutsche Telekom.
iPhone Duo und iPhone 18: Apple stellt faltbares Smartphone vor und erhöht die Preise
Es ist der erste große Auftritt für den neuen Chef Ternus. Bei den Kunden will Apple zudem mit einer neuen KI-Assistentin Siri punkten. Eine Ankündigung überrascht.












