Stand: 10.09.2026 • 09:03 Uhr

Deutschlandweit fehlen Tausende Hausarztpraxen. Die Unzufriedenheit darüber hat Folgen auch für das Wahlverhalten von Bürgern, so eine Umfrage. Eine Kommune in Rheinland-Pfalz versucht, dagegenzuhalten.

Die Qualität der medizinischen Versorgung treibt die Bevölkerung immer mehr um. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Hausärzteverbandes: 81 Prozent sagen demnach, dass eine gute hausärztliche Versorgung entscheidenden Einfluss auf die Wohn- und Lebensqualität in ihrer Region hat.

Diese Unzufriedenheit hat auch Auswirkungen auf die politische Grundhaltung. So geben 51 Prozent der Bürgerinnen und Bürger an, dass die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung Einfluss auf ihre Wahlentscheidung hat - 13,5 Prozentpunkte mehr als noch vor zwei Jahren. Auch die weiteren Aussichten sind laut der Umfrage düster: Eine große Mehrheit erwartet durch die beschlossenen Spargesetze in der gesetzlichen Krankenversicherung eine weitere Verschlechterung.

So gehen 62 Prozent von längeren Wartezeiten aus. 60 Prozent fürchten, dass die Hausärzte weniger Zeit für sie haben. "Die Menschen haben längst erkannt, was auf dem Spiel steht, und sind zunehmend besorgt. Wir brauchen ganz dringend ein Signal der Bundesregierung, dass die Politik die hausärztlichen Praxen stützt, statt sie immer weiter zu rasieren", sagt Nicola Buhlinger-Göpfarth, Co-Bundesvorsitzende des Hausärzteverbandes.