PfadnavigationHomeRegionalesSachsenVIP-Hotspot Como 1907: Der Club der Hollywood-StarsStand: 06:19 UhrLesedauer: 3 MinutenHollywood-Star Hugh Grant (M) besuchte bereits ein Spiel von Como 1907. (Archivbild)Quelle: ---/Verein Como 1907/dpaRB Leipzigs erster Königsklassen-Gegner Como ist kein gewöhnlicher Club. Eigentlich haben ihn zwei Brüder nur gekauft, um eine TV-Show zu drehen. Warum dieser Plan nicht aufging.Das 99 Jahre alte Stadion Giuseppe Sinigaglia versprüht höchstens Drittliga-Charme, doch Como 1907 spielt nicht nur sportlich längst in der Champions League. Auf den blauen Sitzschalen der Haupttribüne nahmen bereits Hollywood-Stars wie Hugh Grant, Benedict Cumberbatch und Keira Knightley Platz. Bei der Königsklassen-Premiere gegen RB Leipzig könnte es heute Abend ebenfalls Überraschungsgäste geben. Como ist kein gewöhnlicher Club, es ist ein Geschäftsmodell.Der Aufstieg à la RB LeipzigVon der vierten Liga in die Champions League. Was RB Leipzig binnen vier Jahren gelang, schaffte Como nicht weniger beeindruckend in sieben Jahren. 2019 spielte der zuvor mehrfach insolvente Club noch in der Serie D. Dann stiegen die indonesischen Milliardärs-Brüder Robert und Michael Hartono ein, und der Aufstieg begann. Im Sommer 2022 kam mit der Verpflichtung Cesc Fàbregas der entscheidende Schub. Erst als Spieler, dann als Trainer.In der vergangenen Saison qualifizierte man sich dann am letzten Spieltag für die Champions League. Fàbregas sollte bereits mehrfach abgeworben werden, unter anderem von Leipzig. Doch die Eigner legten ihr Veto ein. «Ich sehe das hier als Langzeit-Projekt», sagte Fàbregas. «Ich kann hier so arbeiten, wie ich es möchte.»Der frühere Chelsea-Profi Dennis Wise «hat die Basis für die Fußball-Denke gelegt», erklärte Präsident Mirwan Suwarso. Hinzu kam der durch den Film «Moneyball» bekannte Baseball-Manager Billy Beane, der half, eine datengetriebene Plattform für Transfers aufzubauen.Das Stadion hat für die Champions League bereits eine neue Tribüne erhalten, im kommenden Jahr soll eine umfassende Modernisierung starten. Das Fassungsvermögen soll auf 15.000 Fans wachsen. Aktuell sind in der Königsklasse nur etwa 11.000 Zuschauer zugelassen.Luxus, Stars & Unterhaltung: Der Disney-StilRobert Hartono und sein im März gestorbener Bruder Michael verfolgen in Como einen besonderen Investoren-Ansatz. Sie verbinden Tourismus, Luxus und Unterhaltung, um die Bekanntheit des Clubs zu steigern. Das Stadion liegt direkt am malerischen Ufer des Comer Sees, auf der Tribüne sind regelmäßig Berühmtheiten zu sehen. Nicht nur Filmstars lassen sich in «Sinigaglywood» blicken, auch Stars aus der Musikbranche und der Sportszene verfolgen die Spiele des Clubs. Präsident Suwarso ist Filmproduzent und hat so beste Kontakte in die Unterhaltungsbranche.Der Comer See gilt als Rückzugsort für viele Prominente, George Clooney besitzt eine Villa am Westufer. Der Club hat in einer historischen Seevilla eine luxuriöse Hospitality-Zone für seine Star-Gäste eingerichtet. Zudem sind Trainer Fàbregas und sein ehemaliger Teamkollege und Weltstar Thierry Henry Anteilseigner des Clubs.Vom Glamourfaktor ist Como so etwas wie das Disneyland des Fußballs, der Club soll als Marke für einen bestimmten Lebensstil stehen und nicht nur ein Sportverein sein. «Wir haben keine sportlichen Ambitionen. Wir haben geschäftliche Ambitionen und wir wollen bis 2038 eine Bewertung von einer Milliarde Dollar erreichen. Das ist unser Ziel», sagte Surwaso. Ziel sei es, mit dem Geschäft außerhalb des Fußballs mehr Umsatz zu erzielen als mit dem Fußball.Die Milliardäre im HintergrundRB Leipzig hat bekanntermaßen den Getränkekonzern Red Bull als finanzstarken Investor. Bei Como ist es die Hartono-Familie, deren Vermögen auf über 35 Milliarden Dollar beziffert wird. Für gerade mal eine Million Euro kauften die Hartonos den Club.Als Statthalter wurde Suwarso eingesetzt, der offen über die Anfangszeiten spricht. «Wir wollten etwas günstig erwerben, dort ein indonesisches Fußballteam spielen lassen und daraus eine TV-Show machen», sagte der Manager. «Doch nach drei Monaten ist die Mannschaft aufgestiegen und laut den Regeln durfte dort niemand spielen, der nicht aus der EU kommt. Also mussten wir es in ein Business umwandeln.»Der Club soll zur globalen Marke werden. Europaweit hat er seine Anhängerschaft bereits gefunden. Ein schottischer Fanclub hat laut Surwaso etwa 3.000 Mitglieder und 40 Prozent aller Ticketkäufer sind Touristen.dpa-infocom GmbH