PfadnavigationHomePolitikAuslandParteitag der Republikaner„Wenn wir verlieren, verliert ihr eure Grenze“ – Trump lockt mit Geld und droht mit NiedergangStand: 06:36 UhrLesedauer: 3 MinutenDer Midterms-Parteitag der Republikaner wird zur großen Trump-Show. Dort verspricht der Präsident den Amerikanern eine Prämie. Aber nur, wenn die Republikaner bei den Wahlen gewinnen. Korrespondent Michael Wüllenweber berichtet aus Dallas.Der US-Präsident will ⁠wegen der wirtschaftlichen Stärke des Landes eine Dividende ausschütten, wenn seine Partei das Repräsentantenhaus und den Senat gewinnt. Einzige Bedingung: Das Geld muss in den USA ausgegeben werden. Mehrere Republikaner bleiben dem Treffen lieber fern.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenUS-Präsident Donald Trump hat auf dem Parteitag der Republikaner jedem erwachsenen Bürger der USA eine Zahlung von ​5000 Dollar versprochen, falls die Republikaner bei den Zwischenwahlen im November die Kontrolle über den Kongress behalten. Er ⁠werde wegen der wirtschaftlichen Stärke des Landes eine entsprechende Dividende ausschütten, wenn seine Partei das Repräsentantenhaus und den Senat gewinne, sagte Trump am Mittwoch in Dallas. „Man wird es die Trump-Dividende nennen.“Die einzige Bedingung sei, dass das Geld in den USA ausgegeben werden müsse, fügte er hinzu. Die Partei will mit dem zweitägigen Treffen ihre Basis für die Wahlen ⁠am 3. ​November mobilisieren. Trump ‌steht dabei im Mittelpunkt. Die Strategie mit dem vollen Fokus auf Trump gilt jedoch als riskant. Seine Beliebtheitswerte sind angesichts des Iran-Kriegs und der durch Zölle gestiegenen Lebenshaltungskosten gesunken. Mehrere Republikaner aus umkämpften Wahlkreisen blieben dem Treffen fern, um moderate Wähler ‌nicht zu verprellen. Der US-Präsident hat zum Auftakt unterdessen mit kämpferischen Worten um seine Wählerbasis geworben – und sich dabei ins Zentrum der bevorstehenden Kongresswahl gerückt. „Tut so, als stünde ich auf dem Wahlzettel. Nur noch einmal“, sagte er. „Eure Stimme wird darüber entscheiden, ob unser Land zum Auftakt der nächsten 250 Jahre ins Straucheln gerät oder vorwärts stürmt und niemals zurückblickt.“In 55 Tagen würden die US-Bürger „bei einer der wichtigsten Wahlen in der Geschichte unseres Landes an die Urnen gehen“, sagte Trump vor der jubelnden Menge im American Airlines Center über die Kongresswahlen am 3. November.Seine Partei schwor er knapp zwei Monate vor den Zwischenwahlen auf „einen großen Sprung nach vorne“ ein. Im Fall einer Niederlage warnte er vor einem Niedergang des Landes. „Denn wenn wir verlieren, verliert ihr eure Grenze, verliert ihr eure Steuersenkungen, verliert ihr eure Sicherheit und Geborgenheit.“Die Republikaner verschärften zum Auftakt ihre Angriffe auf die Demokraten und bezeichneten diese als „gefährlich, radikal und seltsam“ sowie als Sozialisten und Kommunisten. Ein Demokrat sorgte indes für eine ⁠Überraschung. Senator John Fetterman lobte in ​einer Videobotschaft seinen republikanischen Kollegen Dave McCormick und kündigte eine Zusammenarbeit mit Trump beim Schutz der ⁠heimischen Stahlindustrie an.Lesen Sie auchDas zweitägige Treffen findet erstmals vor den sogenannten Midterm-Wahlen statt. Trump tritt an beiden Abenden auf und soll den Parteitag mit einer Grundsatzrede beschließen. Allerdings steht der Präsident bei den Kongresswahlen am 3. November gar nicht auf dem Stimmzettel.Die Abstimmung in der Mitte von Trumps zweiter Amtszeit ist der bisher wichtigste Stimmungstest für Trump. Ein Verlust der Mehrheit im Repräsentantenhaus oder gar in beiden Kongresskammern würde den Präsidenten zur „lame duck“ machen, zur lahmen Ente. Die Demokraten könnten seine Vorhaben dann weitestgehend blockieren und sogar ein drittes Amtsenthebungsverfahren – ein sogenanntes Impeachment – gegen Trump einleiten. Ein Mehrheitsverlust des Präsidentenlagers könnte zudem zu Grabenkämpfen um die Trump-Nachfolge führen.Empfindliche Schlappe drohtBei den Midterm-Wahlen droht den Republikanern eine empfindliche Schlappe. Meinungsforschern zufolge könnte die Regierungspartei die Mehrheit im Repräsentantenhaus verlieren, im Senat droht ein Patt. Viele Wähler sind unzufrieden über den Iran-Krieg. Er hat vor allem die Treibstoffkosten in den vergangenen sechs Monaten deutlich in die Höhe getrieben.Ziel des Republikaner-Parteitags ist es, unentschlossene Wähler von Trumps Erfolgen zu überzeugen. Dazu zählen nach Auffassung der Republikaner seine Abschiebepolitik und Steuererleichterungen.AFP/rtr/saha/gold