Campact zieht ein positives Resümee aus dem Aufruf, nicht CDU und Linke, sondern SPD und Grüne zu wählen. Kein Grund, die Strategie zu ändern.

Der Protest geht weiter: Campact und Fridays for Future haben zur Kundgebung am Brandenburger Tor aufgerufen

Fabian Sommer/dpa

taz: Herr Kolb, Campact hat mit der großangelegten Kampagne „Strategisch wählen“ in Sachsen-Anhalt versucht, eine AfD-Regierung zu verhindern. Die Rechtsextremen haben am Ende 44 Prozent bekommen. Wie fällt angesichts dieses Ergebnisses Ihr Resümee aus?

Felix Kolb: Das Wahlergebnis ist ein Desaster, eine Zäsur. Es bedroht unmittelbar Menschen mit Migrationshintergrund, queere Menschen, Menschen mit Behinderungen und Linke. Aber unsere Kampagne hat durchaus funktioniert: 60 bis 70 Prozent der Wäh­le­r:in­nen von SPD und Grüne haben diese Parteien gewählt, um die AfD zu verhindern, und beide haben den Einzug ins Parlament geschafft. Da bin ich stolz drauf. Wenn diese Leute CDU und Linke gewählt hätten, könnte die AfD jetzt einfach durchregieren.