Zum ersten Mal dürfen 16- und 17-jährige Ber­li­ne­r*in­nen wählen. In der jungen Wahlarena des Rundfunksenders RBB zeigt sich, wie diskutierfreudig sie sind.

Sehr rege und kritisch: das junge Publikum in der Wahlarena

Thomas Ernst/rbb

Lautes Piepen und Blinken füllen den Raum. Der AfD-Politiker, der gerade noch geredet hat, wird still. Eine junge Person aus dem Publikum hat den Buzzer gedrückt und sozusagen den Joker eingelöst. „Kriminalität hängt nicht pauschal mit Herkunft zusammen“, sagt er mit fester Stimme, „vielleicht sollten Sie sich dazu mal in Ihrer Freizeit weiterbilden.“ Das Publikum kichert, murmelt und klatscht begeistert. Der AfD-Abgeordnete Alexander Bertram, der von einem Jugendlichen korrigiert wurde, verzieht das Gesicht.

Der RBB veranstaltet zusammen mit Fritz Radio anlässlich der Berliner Senatswahl am 20. September zum ersten Mal eine junge Wahlarena. Das Set-up gleicht der üblichen Wahlarena, die auch nächste Woche stattfinden wird, nur dass statt der Spit­zen­kan­di­da­t*in­nen die jeweils Jüngsten der Partei eingeladen wurden: Lucas Schaal (CDU, 36), Tamara Lüdke (SPD, 35), Klara Schedlich (Bündnis90/Die Grünen, 26), Niklas Schenker (Die Linke, 33), Alexander Bertram (AfD, 38) und Alina Lindemann (BSW, 32). Sie stehen in diesem Format den Erst­wäh­le­r*in­nen Rede und Antwort.