PfadnavigationHomeRegionalesHamburgErbschaftenWenn hier Vermögen den Besitzer wechseln, geht es oft um MillionenStand: 13:39 UhrLesedauer: 2 MinutenIn Hamburg werden immer höhere Summen vererbt oder an die nachfolgende Generation verschenktQuelle: Andrea Warnecke/dpa-tmnIn Hamburg wechseln bei Erbschaften und Schenkungen immer größere Summen den Besitzer. Die Werte liegen teils weit über denen in Schleswig-Holstein. Die Linke kritisiert milliardenschwere Steuervorteile für Großerben.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenIn Hamburg werden immer größere Vermögen an die nächste Generation weitergegeben. Bei den vom Statistikamt Nord erfassten Erbschaften ging es 2025 im Durchschnitt um knapp 1,3 Millionen Euro. Vor zehn Jahren lag dieser Wert noch bei rund 700.000 Euro. Binnen eines Jahrzehnts sind die vererbten Vermögen damit um 85 Prozent gewachsen.Wie besonders die Entwicklung ist, zeigt sich im Vergleich mit Schleswig-Holstein. Dort erreichten die erfassten Erbschaften zuletzt im Schnitt 626.000 Euro. Während die Vermögen in Hamburg kräftig zulegten, fiel der Anstieg im Nachbarland deutlich moderater aus.Lesen Sie auchDie Zahlen deuten darauf hin, dass sich die Vermögensentwicklung in der Hansestadt zunehmend auch in Erbschaften und Schenkungen widerspiegelt. Steigende Immobilienpreise, höhere Unternehmensbewertungen und wachsende Kapitalvermögen schlagen sich zunehmend auch in den Summen nieder, die innerhalb von Familien weitergegeben werden.Noch deutlicher zeigt sich das bei Schenkungen. Hier lag der durchschnittliche Wert der vom Statistikamt erfassten Vermögensübertragungen zuletzt bei mehr als 1,7 Millionen Euro. In Schleswig-Holstein waren es 450.000 Euro. Schenkungen werden häufig vorgenommen, um Vermögen schon zu Lebzeiten an Kinder oder andere Angehörige weiterzugeben und dabei steuerliche Freibeträge auszuschöpfen.Die Statistik bildet allerdings nicht das gesamte Erbgeschehen in Hamburg ab. Erfasst werden nur Vermögensübertragungen, die steuerlich relevant sind. Viele kleinere Erbschaften und Schenkungen tauchen deshalb gar nicht auf. Die Zahlen liefern damit vor allem einen Einblick in die Entwicklung größerer Vermögen.Lesen Sie auchDie Rekordwerte liefern zugleich neuen Zündstoff für die politische Debatte über die Verteilung großer Vermögen. Die Hamburger Linke sieht sich durch die Zahlen in ihrer Kritik an den bestehenden Regeln bestätigt. Der haushaltspolitische Sprecher David Stoop verweist darauf, dass große Vermögen häufig von steuerlichen Ausnahmeregelungen profitieren.Nach Angaben der Fraktion wurden seit 2016 in Hamburg rund 857 Millionen Euro an Erbschaft- und Schenkungsteuer erlassen – bei lediglich 25 Fällen. „Während viele Menschen kaum wissen, wie sie ihre Miete und die steigenden Lebenshaltungskosten bezahlen sollen, werden Millionenvermögen leistungslos an die nächste Generation weitergegeben“, sagte Stoop. Ausgerechnet die größten Vermögen würden von großzügigen Ausnahmen profitieren.Die Frage, wie Erbschaften besteuert werden sollen, gehört seit Jahren zu den umstrittensten Themen der Steuerpolitik. Befürworter verweisen auf die wachsende Konzentration großer Vermögen und sehen in einer stärkeren Besteuerung ein Gebot der Fairness. Kritiker warnen dagegen vor Belastungen für Familienunternehmen und Familienbetriebe.juve mit dpa