Neue Fraktion gegründet : BSW-Fraktion in Thüringen hat sich offiziell aufgelöst09.09.2026, 12:45Lesezeit: 2 Min.Im Eilverfahren haben ausgetretene BSW-Politiker in Thüringen eine neue Partei gegründet. Jetzt ist auch die Fraktion aufgelöst worden.Die Thüringer BSW-Landtagsfraktion ist Vergangenheit: Sie wurde nach einer Reihe von Parteiaustritten von Abgeordneten aufgelöst, erklärte die bisherige Fraktionsspitze in Erfurt. Mit diesem Schritt wurde der Weg für einen parlamentarischen Neuanfang der Abgeordneten ohne BSW-Parteibuch im Thüringer Parlament frei. Kurz nach dem Auflösungsbeschluss gründeten sie eine neue Fraktion – sie will zusammen mit CDU und SPD die Minderheitsregierung von CDU-Ministerpräsident Mario Voigt weiter mittragen.Ex-BSWler um Vize-Ministerpräsidentin Katja Wolf hatten als Voraussetzung für die neue Fraktion im Eilverfahren eine neue Partei mit dem Namen „Thüringen.Gerecht“ gegründet. Diesen Namen trägt auch die neu gegründete Fraktion. Ihr gehe es um politische Stabilität, sagte Wolf.Der Fraktion gehören zehn Abgeordnete an, nur neun von ihnen seien auch Mitglied von „Thüringen.Gerecht“, sagte die neugewählte Fraktionsvorsitzende Sigrid Hupach. Alle Entscheidungen seien einstimmig gefallen. Hupach stand bereits an der Spitze der zerfallenen BSW-Fraktion.Wolf sieht AufbruchstimmungWolf und der Thüringer Landesverband hatten sich in der Vergangenheit mit dem BSW-Bundesvorstand und Parteigründerin Sahra Wagenknecht heftige Auseinandersetzungen um die Thüringer Regierungsbeteiligung und den Umgang mit der AfD geliefert. Am Montag sprach Wolf mit Blick auf die neu gegründete Partei „Thüringen.Gerecht“ von einer „Aufbruchstimmung“ in einem „wirklich sensationellen Team“ und versprach: „Wir wollen als neue politische Kraft an den Start gehen.“Programmatisch setzten Wolf und ihre Leute am Montag wenig neue Akzente. Die neue Partei wolle sich auf das Thema soziale Gerechtigkeit fokussieren, sagte Wolf. Wobei es stark um „ostdeutsche Gerechtigkeit“ gehe, etwa um die Frage der Lebensleistung der Ostdeutschen, die „Ungerechtigkeiten“ im Rentensystem oder in der Sozialversicherung. Wolf verwies auf die jüngste Ost-West-Debatte, wie sie etwa in der F.A.Z. geführt worden sei.Die BSW-Fraktion wird nun liquidiert. Dabei geht es unter anderem um die berufliche Zukunft von 22 Mitarbeitern sowie die Finanzen der ehemaligen Fraktion. Ursprünglich hatte die BSW-Fraktion, die zusammen mit CDU und SPD seit Ende 2024 die Thüringer Regierung trägt, 15 Abgeordnete. Zwei von ihnen bleiben in der Wagenknecht-Partei, drei weitere haben das BSW und die Fraktion Mitte vergangener Woche verlassen und gehören ebenfalls weiter dem Landtag an. Abgeordnete verlieren wegen ihres freien Mandats nach einem Parteiaustritt ihren Status nicht.