Die großen Musikstreaming-Anbieter kommen nicht darum herum, sich mit KI-generierter Musik auseinanderzusetzen. Die Plattform Deezer machte im Juni 2025 den Anfang und kennzeichnete vollständige KI-Titel mit einem Label. In der Folge wurden solche Songs in Empfehlungslisten nicht mehr berücksichtigt, ebenso wie von den Tantiemenzahlungen ausgeschlossen. Inzwischen hat auch Apple Music nachgezogen. Der Dienst Tidal folgte ebenfalls. Platzhirsch Spotify brauchte länger, will aber ab Mitte September 2026 KI-Personas als solche ausweisen. Der Anbieter richtet seinen Fokus damit auf Accounts, nicht auf die Musikstücke selbst.

Hanna Lukashevich leitet am Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie (IDMT) die Gruppe „Semantic Media Technologies“. (Foto: Fraunhofer IDMT)

Wie dringend eine Kennzeichnung im Sinne der Transparenz für Abonnent:innen ist, zeigt die Statistik von Deezer: Der zufolge erfasste die Plattform im Juni 90.000 KI-generierte Titel, die pro Tag hochgeladen wurden – damit lag der Anteil über 50 Prozent der Uploads insgesamt. Wie könnten KI-Labels sinnvoll gestaltet sein? Was sind die technischen Hürden? Mit solchen Fragen beschäftigt sich Hanna Lukashevich. Sie leitet am Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie (IDMT) die Gruppe „Semantic Media Technologies“ und beschäftigt sich mit KI-generierter Musik. Auf der Veranstaltung „Music Frontiers“, die im Rahmen des Reeperbahn-Festivals stattfindet, spricht sie am 18. September über diesen Spagat zwischen der transparenten Kennzeichnung von menschlichem Content und technischen Werkzeugen. Im Vorfeld des Panels sprach Lukashevich mit MIT Technology Review.