Samstagnachmittag. Im Alexa tummeln sich die Shoppenden wie kleine Ameisen in den unzähligen Stores. Zwischen Kleiderstangen, endlosen Schlangen vor den Umkleiden und einem ständigen Hin und Her zwischen kalter und warmer Luft: alle auf der Jagd nach dem nächsten Kleidungsstück, das den Kleiderschrank endgültig vollstopft.Ein paar U-Bahn-Stationen weiter wühle ich mich auf dem Flohmarkt durch Jeans, Mäntel und alte Hemden. Es riecht nach frischem Filterkaffee und ein bisschen modrig. Überall um mich herum wuseln die Leute umher und feilschen nur so um die Wette.
Schlendern, stöbern, feilschen: Der Flohmarktbesuch gehört für viele junge Menschen schon zum festen Wochenendprogramm.
© Stefan Zeitz/Imago
Die neue Art des Konsums: Zwischen Flohmarkt und Fast Fashion
Secondhand gehört längst zum Stil meiner Generation. Auf Flohmärkten, in Vintage-Läden und auf Online-Verkaufsplattformen suchen vor allem Teenager und junge Erwachsene nach einzigartigen Fundstücken. Gleichzeitig gehört es zu unserem Alltag, dass neue Kleidung jederzeit verfügbar ist: ein Klick, ein Rabattcode, ein Paket am nächsten Tag am Späti oder im Briefkasten.Wir sprechen viel über Klimakrise, Ausbeutung und bewussteren Konsum – und bewegen uns doch inmitten einer Modeindustrie, die von Tempo lebt. Kaum ist eine Kollektion in den Läden, wartet schon der nächste Sale. Kaum ist ein Trend da, ist er schon wieder überholt. Was günstig und jederzeit verfügbar ist, wird schnell ersetzbar.






